Mobilität im Wandel - 20. Juli 2018

Es ist Bewegung auf der Straße

Des deutschen liebstes Kind ist in Ungnade gefallen. Die gesamte Diesel-Problematik hat der deutschen Automobilindustrie viel an Reputation gekostet. Hoffnung machen da moderne Antriebstechniken, die auf dem Vormarsch sind, und ebenso Bestrebungen der Politik, dem Verkehrschaos – vor allem im Innenstadtbereich wirkungsvoll zu begegnen.

Im Sommer 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung, machte sich ein ostdeutscher Familienvater mit seiner Gattin und Tochter auf, um in einem Trabant auf den Spuren Goethes von Bitterfeld nach Neapel zu reisen. Auf dem Kofferraumdeckel stand der von Goethe übermittelte Spruch: „Neapel sehen und sterben“. Etwas melancholisch mag sich der ein oder andere an diese Filmkomödie („Go Trabi, go“) erinnern, angesichts des Verkehrsaufkommens knapp dreißig Jahre später. 3.215 Verkehrstote errechnete der ADAC für 2017, die Neapel nicht erreichten, sondern hierzulande starben, auf deutschen Straßen. Im gleichen Jahr kam es laut ADAC zu 723.000 Staus allein auf deutschen Autobahnen.

Fahrrad-Highways in den Städten

Schnell fahren und schnell beschleunigen können sie jedenfalls, die E-Autos und das Ganze praktisch völlig lautlos. Das Verkehrschaos in vielen Städten können aber auch sie nicht auflösen. Hier muss die Politik reagieren und nach dem Vorbild von London, Kopenhagen oder New York für exklusive Fahrrad-Highways sorgen. Zur Freude der Radfahrer zieht die Politik auch hierzulande nach und stellt nun entsprechende Förderprogramme bereit. Doch der Boom der E-Bikes könnte vorbei sein, bevor er richtig begonnen hat, denn die EU plant eine spezielle Versicherungspflicht für Elektro-Fahrräder einzuführen.

Zum Autor

Robert Brütting

Rechtsanwalt in Nürnberg und Fachjournalist Recht sowie Redakteur beim DATEV magazin

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