Aus der Genossenschaft |

Gemeinsam voran

Unternehmenskultur

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DATEV hat ein wirtschaftlich sportliches Jahr 2018 hingelegt und eine Ver­schnauf­pause ist nicht in Sicht. Diese Leistung ist auch einer sich ver­än­dern­den Unter­neh­mens­kultur mit dy­na­mischen Prozessen und Methoden zu ver­danken. Was bisher erreicht wurde und wohin der Weg noch führt, erklärt Julia Bangerth, Vor­stands­mit­glied unter anderem für Personal und Cross Solution Center.

DATEV magazin: Die Genossenschaft hat in der jüngsten Zeit einige Ver­än­der­ungen auf vielen Ebenen erfahren, um sich zukunftsorientierter aufzustellen. Wie erleben Sie ­diese Dynamik?

Julia Bangerth: DATEV hat sich auf eine spannende Reise begeben. Ich erlebe Ver­än­derungen auf vielen Ebenen, sei es bei Prozessen und Methoden, Neuerungen in der Organisation oder in der Unternehmenskultur. Ob gesetzliche Änderungen oder die Anforderungen der digitalen Trans­for­ma­tion – für eine 53-jährige IT-Organisation wie DATEV gehört die dauernde Ver­än­de­rungs­fä­hig­keit zu den wichtigen, zu­kunfts­si­chern­den Fähigkeiten. Deshalb ist es wichtig, dass sich Menschen und Organi­sa­tio­nen ständig weiterentwickeln. Die eigene Entwicklung, die einer Or­ga­ni­sa­tion oder eines Produkts ist ein ständiger Prozess des Prüfens, Adaptierens und Neudenkens. Die Veränderungsdynamik in der Softwarebranche hat inzwischen eine so hohe Ge­schwin­dig­keit erreicht, dass sie nicht mehr allein top-down gesteuert werden kann, sondern viele Ansätze und Impulse von den Mitarbeitenden ausgehen. Das heißt auch, dass Freiräume wichtig sind. Das zeigt sich auch an der Ver­änderungs­bereit­schaft und dem aktiven Gestaltungswillen vieler. Diejenigen, die direkt am Nerv des Unternehmens sitzen, bemerken zuerst, dass Dinge nicht mehr funktionieren oder Pro­zes­se zu kompliziert sind. Ihnen einen Rahmen zu geben, in dem sie ihre Er­fahr­ungen öffentlich machen und Veränderung bewirken können, ist mir ein wich­ti­ges Anliegen. Und das passiert bereits an unterschiedlichen ­Stellen. Ein Beispiel sind die mittlerweile deutlich über 20 Communities of Practice – selbstinitiierte Netzwerke wie beispielsweise zum Thema Change and Transition, kurz CoPCaT, für ­einen ver­ant­wor­tungs­ebenen- und be­reichs­über­greifenden Austausch aller, die gemeinsam etwas bewegen wollen.

Eine wesentliche Veränderung in der Organisation ist das neue Cross Solution Center, kurz XSC. Wie ist diese Einheit aufgestellt und wie trägt sie zum Kultur­wandel bei DATEV bei?

Das XSC ist ein interner, interdisziplinär arbeitender Dienstleister bei DATEV, der punktuell mehr Dynamik und Flexibilität in Projekte bringen soll. Damit ist das XSC natürlich nur ein Beispiel von vielen, die man hier nennen könnte. Was das XSC so besonders macht, ist vielleicht die Kon­se­quenz, mit der wir hier einen cross­funk­tio­nalen Ansatz leben. Die Teams erhalten vom ganzen Haus Arbeitspakete, die so zusammengestellt sind, dass sie innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden können. Damit ist die Bandbreite der zu bearbeitenden Themen sehr groß. Als Er­folgs­fak­to­ren sehe ich insbesondere die selbstorganisierte Arbeitsweise nach agilen Methoden und die crossfunktionale Zusammenstellung der Teams: Jedes der sieben- bis neunköpfigen Teams ist in den jeweils spezifischen Kompetenzen heterogen aufgestellt und deckt damit nahezu alle notwendigen Skills in der Softwareentwicklung ab. Dazu gehören zum Beispiel Mitarbeitende aus der Entwicklung, die sowohl im Front- als auch im Backend arbeiten können, sogenannte Fullstack-Developer. Es gibt auch Kompetenzen, die kein fester Bestandteil der Entwicklungsteams sind, weil sie nur punktuell benötigt werden, beispielsweise Know-how im Bereich Soft­ware­archi­tek­turen, User-Experience-Design oder Security. Mit diesen Skills unterstützt das Sup­port-Team die anderen Teams bei Bedarf. Ein Corporate Learning Coach befähigt die Einheit dazu, kon­ti­nu­ier­lich neues Wissen rund um Entwicklungsthemen auf­zu­bau­en, und bildet die Schnittstelle zu unserer Weiter­bil­dungs­abteilung. Darüber hinaus unterstützt das Empowerment Team die Ent­wick­lungs­ein­heiten organi­sa­to­risch, indem es mögliche Hürden identifiziert und aus dem Weg räumt. Diese Arbeitsweise entfaltet eine starke Dynamik und wir können kurzfristiger und flexibler auf Anforderungen reagieren. Mit dem XSC schaffen wir gleichzeitig Raum zum Experimentieren und Lernen, um von den ­Erfahrungen auch in anderen Be­rei­chen des Unternehmens zu ­profitieren – sowohl in Hinblick auf Recruiting- und Weiter­bil­dungs­prozesse als auch auf Raum- und Zu­sam­men­ar­beits­konzepte sowie die Organisation selbst.

Sie haben eingangs von der hohen Veränderungsdynamik im Markt gesprochen. Was muss die Organisationskultur leisten, um diese Dynamik aus der Per­spek­tive der Mitarbeiter und der Organisation zu bewältigen?

Wie jedes andere Unternehmen setzen natürlich auch wir bei DATEV uns intensiv mit dem Thema Organisationskultur auseinander. Unternehmenskultur lässt sich nicht einfach messen, berechnen oder objektivieren. Sie umfasst die positiven wie auch die negativen Erfahrungen, die im Hinter­grund wirken, und prägt die Organisation und die Menschen auf verschiedenen Ebenen – von der Entscheidungsfindung über die Art und Weise zu führen und die kollegialen Beziehungen bis zum wechselseitigen Ver­hält­nis zu geschäftlichen Verbindungen. Kultur lässt sich aber nicht einfach ver­ord­nen, sondern entwickelt sich langsam und wenig planbar. Es geht vor allem darum, die Veränderungsfähigkeit der Organisation gezielt zu fördern, insbesondere mit Blick auf unsere Mitglieder und Kunden, um so die besten Voraussetzungen für deren Erfolg und Wertschöpfung zu schaffen. Ein attraktiver Arbeitsplatz definiert sich nicht nur durch Gehalt oder Position. Er muss Flexibilität und Möglichkeiten zur Ent­fal­tung so­wie allen eine Erfahrung von Wirksamkeit bieten.

Wie erleben Sie die Unternehmenskultur in Bezug auf die aktuelle Ver­änderungs­dynamik?

Kombinieren wir verschiedene Blickwinkel, werden wir innovativer, besser. Eine dieser Perspektiven ist durch die lange Erfolgsgeschichte der DATEV vorgegeben und findet sich natürlich auch in der Unternehmenskultur wieder. Die Verbundenheit der Mit­arbei­ten­den mit dem Unternehmen ist außergewöhnlich hoch. Aber wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen: Auf Dauer erfolgreich ist nur, wer sich stetig wei­ter­ent­wickelt. Um auch zukünftig erfolgreich und innovativ zu sein, braucht es eine transparente, wertschätzende und offene Kultur. Nur mit der richtigen kulturellen Basis können wir gemeinsam viel erreichen. Daher arbeiten wir bereichsübergreifend zu­sam­men, sind veränderungsbereit und trauen uns, über den Tellerrand zu blicken und neue Wege zu gehen. Wir haben sicher noch einige Veränderungen zu stemmen, aber wir verfügen über eine großartige ­Basis und haben gemeinsam schon viel erreicht. Um nur zwei Beispiele aus dem vergangenen Jahr zu nennen: unsere Satz­ungs­än­de­rung und ein außergewöhnliches Geschäftsergebnis. Gleichzeitig müssen wir als Genossenschaft – extern sowie intern – am Ball bleiben. Die Di­gi­ta­li­sie­rung ist eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam sportlich stellen. Und wie kann man die gemeinsam gestaltete Veränderung, Dynamik und Zu­kunfts­orien­tie­rung besser symbolisieren als mit ein­ma­ligen, exklusiv für DATEV designten Sportschuhen?

UNSERE GESPRÄCHSPARTNERIN

JULIA BANGERTH
Mitglied des Vorstands der DATEV eG

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Fotos: DATEV eG

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