Mitarbeiter binden - 27. November 2020

Mitarbeiter lieben attraktive Arbeitgeber

Kein Zweifel, Attraktivität liegt im Auge des Betrachters. Dennoch zeichnet sich ab, attraktiv ist auch, wer auf sein Gegenüber eingeht. Kanzleien haben gute Chancen motivierte Mitarbeiter zu binden, wenn sie deren Bedürfnisse berücksichtigen. Fünf Tipps, wie Sie diese erfüllen.

Aus eigener Erfahrung wissen Sie, was für Ihre Bedürfnisse im Arbeitsleben wichtig ist: Das eigene Tun soll sinnerfüllend sein, Freude bereiten und Anerkennung bringen. Entwicklungsperspektive? Wird gerne wahrgenommen. Schaffen Sie die geeigneten Rahmenbedingungen, motiviert das Mitarbeiter und lädt sie zum Bleiben ein.

1. Der Chef steht für das Klima in der Kanzlei

Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Achten Sie deshalb bewusst auf eine wertschätzende Sprache und einen respektvollen Umgang mit Ihren Mitarbeitern.

Tipp

Schaffen Sie Gelegenheiten für konstruktives Feedback. Äußern Sie dabei Ihre Wünsche und Aufträge feinsinnig, um nicht persönlich anzugreifen. Die Person ist nie das Problem, sondern das Verhalten. Am besten ist es, Sprache vom Empfänger her zu denken.

Der respektvolle Umgang ist eine Grundvoraussetzung für Arbeitgeberattraktivität. Nicht selten sind die Kollegen und der Chef der ausschlaggebende Grund, seinem Arbeitgeber treu zu bleiben.

2. Ideales Arbeitsumfeld

Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern, gute Arbeit zu leisten. Mit entsprechenden Gegebenheiten schaffen Sie die Basis dafür.

Tipp

Ein technisch aktueller und ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatzbegünstigt nicht nur die Produktivität. Auch der Gesundheitsaspekt ist bei einem 10-Stunden-Tag ein ernstes Kriterium. Auch im Homeoffice. Schaffen Sie Raum und Räumlichkeiten für schnelle Abstimmungen und gute Zusammenarbeit. Mit Besprechungszonen und Zeit für Austausch unterstützen Sie das Abarbeiten der To-Dos und die Möglichkeit, Prozesse weiterzuentwickeln. Auch das soziale Miteinander darf nicht zu kurz kommen. Eine gut ausgestattete und einladende Teeküche, gemeinsame Essenspausen oder Team-Events fördern das Wir-Gefühl. Und wenn es in Zeiten von Homeoffice nicht möglich ist, sind es virtuelle Treffen, die den Zusammenhalt und das Gruppenbedürfnis aufrechterhalten.

Gehen Sie immer wieder mal mit bewusstem Blick durch Ihre Kanzlei und fühlen Sie, wie das Ambiente und die Räumlichkeiten auf Sie wirken. Wenn persönliche Treffen nicht möglich sind, fragen Sie doch Ihre Mitarbeiter, schließlich ist das Ihre Zielgruppe. Und wer sollte das besser wissen als sie?

3. Aufgaben, die herausfordern aber nicht überfordern

Mitarbeiter wünschen sich interessante und anspruchsvolle Aufgaben, die sie eigenverantwortlich bearbeiten, ohne befürchten zu müssen, ihnen nicht gewachsen zu sein.

Tipp

Neue Aufgaben bringen Abwechslung in den Alltag und erweitern den Handlungsspielraum und das Verantwortungsgefühl. Neue Aufgaben machen aber zu Anfang manchmal Angst. Um dies zu verhindern könnten Sie beispielsweise zuständige Mitarbeiter bei Mandantengesprächen hinzuziehen und Abstimmungen sukzessive selbst erledigen lassen. Oder Sie fordern Mitarbeiter auf, einen Abrechnungsvorschlag für die erbrachten Leistungen zu erstellen und Ihnen vorzulegen. Mehr mutige und damit vorteilhafte Einflussnahme ermöglichen Sie, wenn Sie kleine Arbeitsgruppen oder Kollegen-Tandems beauftragen und unterstützen, um z. B. Abläufe zu verbessern oder fachübergreifende Themen zu bearbeiten.

Es spornt Mitarbeiter an, wenn sie eigene Vorschläge verwirklicht sehen. Das macht Lust, steigert das Selbstwertgefühl und hilft, Mitarbeiter an Ihre Kanzlei zu binden.

4. Attraktive Vergütung und individuelle Weiterentwicklung

Ein gutes Auskommen und eine Perspektive für die individuelle Entwicklung sind gewissermaßen die Basis für eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Tipp

Führen Sie persönliche Jahresgespräche mit jedem Ihrer Mitarbeiter, in denen Sie Ziele, Leistungsdaten, Gehaltsvorstellungen ebenso wie Qualifikations- und Entwicklungsmöglichkeiten besprechen. Vergessen Sie dabei nicht, auf die Soft Skills Ihrer Mitarbeiter einzugehen und diese zu fördern.

Die fachliche und persönliche Entwicklung sind wesentliche Faktoren, um vor allem junge Mitarbeiter an Ihre Kanzlei zu binden. Im Einklang dazu sollte mehr Verantwortung, selbstständiges Arbeiten und zunehmende Gestaltungsmöglichkeiten stehen.

Wir möchten unseren Mitarbeitern auch mit Gehaltsextras und Zusatzleistungen etwas Gutes tun. Klar, als Steuerberatungskanzlei wollen wir dabei ausschöpfen, was sich steuerlich anbietet. Hier kennen wir uns mittlerweile gut aus, dass wir natürlich auch unsere Mandanten dahingehend beraten.

Gerhard Busch, Steuerberater aus Kruft

5. Hohe Flexibilität

Mitarbeitern ist es wichtig, Beruf, Familie und Privates gut zu vereinbaren. Sie kommen also einem großen Bedürfnis nach, wenn Sie Ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten, Teilzeit oder Homeoffice ermöglichen.

Tipp

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter doch einfach mal nach deren Bedürfnissen in Sachen Arbeitszeit, um darauf kanzlei-individuelle Arbeitsmodelle zu entwickeln.

Wenn Sie auf Ihre Mitarbeiter eingehen, signalisieren Sie Offenheit. Hören Sie aktiv zu und ziehen Sie aus persönlichen Gesprächen, wie Sie mit kleinen Hilfestellungen beitragen, große Probleme zu lösen.

Fazit

Es geht nicht darum, einen Kuschelkurs zu fahren. Es geht darum, dass sich Ihre Mitarbeiter als wichtigen Teil eines Ganzen sehen, und deshalb von innen heraus motiviert sind, Bestmögliches zu leisten und optimal zum Kanzleierfolg beizutragen. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht – jeder Mensch ist anders. Feilen Sie deshalb zusammen mit Ihren Mitarbeitern an den Gegebenheiten, die für alle gut sind.

Zum Autor

Carsten Fleckenstein

Redaktion DATEV Magazin. Podcaster an der Hörbar Steuern.

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