So werden Zahlen lebendig - 27. November 2019

Tipps und Tricks zur Kostenrechnung

von Gastautor

Wer auf sein Bauchgefühl hört, trifft in den meisten Fällen die besseren Entscheidungen. Nicht so bei der Unternehmenssteuerung. Hier sollten die Zahlen die Basis jeder betriebswirtschaftlichen Überlegung sein.

Bei der Kostenrechnung denken viele an trockene Zahlenkolonnen und statistische Auswertungen. Dabei können Zahlen so viele Geschichten erzählen. Das zeigt ein Beispiel aus dem Alltag eines Installationsbetriebs. Das Unternehmen hat viel zu tun, Handwerker sind gefragt – ob im Winter eine Heizung schnell repariert werden muss oder ob das Eigenheim ein neues Bad benötigt. Das Gesamtergebnis der Arbeit lässt sich sehen. Das spiegelt sich auch in den positiven Zahlen der BWA wider. Aber ist das Unternehmen tatsächlich in jeder Hinsicht so erfolgreich wie es auf den ersten Blick scheint? Die Chefübersicht der Kostenrechnung spricht zumindest in Teilen eine andere Sprache:

Was sofort auffällt, sind die roten Zahlen des Bereichs Wartung/Reparatur. Warum ist ausgerechnet hier das Ergebnis negativ? Anhand der Personalkosten und der errechneten Quote kann man deutlich erkennen, dass diese fast doppelt so hoch ist als in den anderen Bereichen.

Aber woran liegt das? Es gibt viele denkbare Gründe für derartige Abweichungen. Möglicherweise werden die Anfahrten zu den Kunden schlecht koordiniert. Vielleicht passt aber auch die Kalkulation nicht und die Preise sind zu niedrig.

Auch beim Heizungsbau ist nicht alles im grünen Bereich. Warum ist beispielsweise der Wareneinsatz beim Heizungsbau überproportional höher als in den anderen Bereichen? Vielleicht sollte das Unternehmen mit den Lieferanten die Preise nachverhandeln. Oder die Baustellen besser absichern, damit nicht so viel Material wegkommt.

Zusammen mit dem Mandanten lassen sich viele dieser Fragen klären und Ursachen ermitteln. Suchen Sie das Gespräch und optimieren Sie gemeinsam betriebliche Vorgänge. Mithilfe der Kostenrechnung können Sie in diese Analyse einsteigen.

Der Weg dahin ist ganz einfach: Die Kostenrechnung richten Sie in wenigen Schritten ein. Die Werte können bereits aus Vorsystemen wie ERP oder Lohnprogrammen in die Finanzbuchführung importiert und die digitalen Belege mit Kostenstellen/-trägern ergänzt werden. Aussagefähige Auswertungen beleuchten die ermittelten Werte von allen Seiten. Auf diese Weise gewinnen Sie Erkenntnisse aus den Zahlen und zugleich Wissen und Erfahrung über individuelle betriebliche Zusammenhänge. Mit diesem Wissen beraten Sie zukünftig Ihre Mandanten.

Daraus ergibt sich eine Win-Win Situation für alle Beteiligten: Sie als Steuerberater verstärken das Vertrauen Ihrer Mandanten; die Aufgaben in der Kanzlei werden abwechslungsreicher. Und Ihre Mandanten sind sich sicher, dass keine unentdeckten Schwachstellen ihr Unternehmen in Schieflage bringen und können sich ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Ausführliche Beispiele zum Thema Beratung finden Sie hier.

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