Die Deutschen sind bekannt für ihre Sorge um den Schutz ihrer Privatsphäre, wenn es um Daten im Internet geht. Eine von LastPass in Auftrag gegebene internationale Studie zeigt auch, dass die Deutschen bereit wären sehr tief in die Tasche zu greifen um wieder Zugriff auf gestohlene Daten zu erhalten.

Eine Studie im Auftrag von LastPass hat beleuchtet, was Deutsche alles tun würden, um gestohlene persönliche Daten zurückzubekommen. So würden nur rund 16 Prozent der Befragten dafür zahlen, Passwörter und persönliche Informationen zurückzubekommen, wenn ihr Account gehackt wurde.

Offenbar sind fast zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass ihre Passwörter so sicher sind, dass ihre Accounts nicht einfach geknackt werden können. Sobald Nutzer allerdings einmal von einem Datendiebstahl betroffen waren, verändert sich das Verhalten: 33 Prozent der Befragten sind dann dazu bereit, ihre Informationen vom Schwarzmarkt zurückzukaufen. Ein solches Lösegeld würden sie sich durchschnittlich mehr als 2.500 Euro kosten lassen. Insbesondere die Debitkarte (Girocard) und der Zugriff darauf liegt den Deutschen am Herzen. Im Durchschnitt würden sie über 5.700 Euro zahlen, um eine gestohlene Debitkartennummer auszulösen.

Wichtiger als Online-Banking

In der Tat sind die Menschen bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, wenn es um die Wiederbeschaffung von Passwörtern geht: Für das eigene E-Mail-Passwort würden Deutsche durchschnittlich mehr als 3.500 Euro hinblättern, gefolgt vom Instagram-Passwort für durchschnittlich mehr als 3.100 Euro. Im Vergleich: Das Online-Banking-Passwort scheint mit einer durchschnittlichen Auslösesumme von knapp über 2.000 Euro weniger wertvoll zu sein.

Die Bedeutung von sicheren Passwörtern ist allgemein bekannt: 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich bemühen, sicherzustellen, dass alle ihre Passwörter sehr stark sind. Trotz dieser aktiven Bemühungen sind die Deutschen noch immer sorgengeplagt: 29 Prozent der Befragten fürchten, dass ihre Passwörter leicht gehackt werden können. Nicht umsonst: Schließlich gab etwa ein Drittel an, in den vergangenen 12 Monaten kein einziges Passwort geändert zu haben, obwohl größere Sicherheitslücken in den Nachrichten gemeldet wurden.

„Passwörter spielen eine große Rolle für die allgemeine Sicherheit, aber die Menschen vernachlässigen weiterhin grundlegende Best Practices“, beobachtet Gerald Beuchelt, CISO LogMeIn/LastPass. „Zwei der häufigsten Wege, wie Menschen sich online verwundbar machen, sind die Verwendung von schwachen, leicht zu knackenden Passwörtern beziehungsweise derselben Passwörter für viele verschiedene ihrer Online-Konten.“

Alkoholverzicht für Schutz persönlicher Daten

Der Diebstahl personenbezogener Daten ist unbestritten mit viel Ärger verbunden. Um sich dem zu entziehen, würden 35 Prozent der Befragten lieber viel Zeit in einem Mega-Stau verlieren. Ein weiteres Viertel der Befragten würde sich bereitwillig mit der Steuererklärung beschäftigen, wenn dies verhindern könnte, dass ihre persönlichen Daten gehackt oder gestohlen werden. Interessant auch, was Menschen dafür aufgeben würden: 24 Prozent der Befragten würden auf Reality-TV verzichten, um einen Verstoß gegen ihre persönlichen Daten zu verhindern. Immerhin noch 20 Prozent würden dem Alkohol absprechen, wenn sie ihren Account dadurch schützen könnten.

Gerald Beuchelt empfiehlt: „Um das Risiko zu minimieren, sollte man lange, komplexe, idealerweise völlig zufällige Passwörter verwenden, die für jeden Dienst und jede Website einzigartig sind. Natürlich können sich die wenigsten Menschen Dutzende von solchen sicheren Passwörtern merken, also kommen Passwortmanager wie LastPass hier zum Einsatz. Passwortmanager machen es sehr einfach, einzigartige Passwörter für jedes Online-Konto zu erstellen, sie in einem sicheren Tresor zu speichern und sie beim nächsten Login auf diesen Websites automatisch einzugeben. Weniger bekannt, aber genauso praktisch: Einige Passwortmanager können auch andere sensible persönliche Daten wie Adressen, Kreditkarten und Reisepassinformationen speichern.“

Über die Studie

Die von OnePoll durchgeführte Umfrage untersuchte die Schutz- und Passwortaustausch­gewohnheiten von 2.000 Menschen weltweit. Es wurde festgestellt, dass 28 Prozent der Befragten bereits einmal Opfer eines Hacks oder eines Identitätsdiebstahls waren. Von den befragten Deutschen sind 20 Prozent betroffen.

Autor: Peter Schmitz

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