Jeder zweite Business-Anwender in Europa glaubt, die Sicherheit von IP-Endgeräten sei eine Frage der Marke. Die andere Hälfte schert sich gar nicht um Sicherheitsfragen: „Hauptsache, ich kann telefonieren.“ Solche Studienergebnisse müsse man erst mal sacken lassen, sagt Hersteller Snom.

Snom, Hersteller von IP-Telefonen für den Geschäfts- und Industriebereich, ließ das unabhängige Marktforschungsinstitut Norstat der Frage nachgehen, wie europäische Nutzer über Sicherheit in der VoIP-Telefonie denken, und wie wichtig diese überhaupt sei. Die Resultate hätten zum Teil überrascht, z. B.: Das Tischtelefon lebt. In Europa stehen noch auf rund 86 Prozent aller Büroarbeitsplätze Tischtelefone (Deutschland: 84 %).

Die nach wie vor intensive Nutzung von Festnetzgeräten am Schreibtisch und die Tatsache, dass 47 Prozent der europäischen Business-Nutzer, die mit diesen Geräten ausgestattet sind, in ihrem Unternehmen VoIP-Lösungen einsetzen (Deutschland 55 %), nahm Hersteller Snom zum Anlass nachzuforschen, welche Bedeutung die Nutzer der Sicherheit von IP-Endgeräten beimessen.

Es habe sich ein heterogenes Bild ergeben: Für jeden zweiten europäischen Nutzer sei die Marke des Herstellers des Tischtelefons irrelevant. „Hauptsache, ich kann telefonieren“, so die Aussage der Befragten. In Deutschland seien es sogar 72 Prozent. Die andere Hälfte hingegen gehe davon aus, dass Sicherheit und Interoperabilität der Endgeräte mit dem Bekanntheitsgrad der Marke zusammenhängen. Deutsche Nutzer wären hier kritischer: nur 28 Prozent seien dieser Meinung. In Frankreich hingegen gingen sogar 65 Prozent der Befragten davon aus, dass nur Telefone der bekanntesten Hersteller maximale Sicherheit und Interoperabilität bieten. Noch deutlicher werde der Gegensatz zwischen denen, die glauben, dass alle auf dem Markt befindlichen IP-Telefone sicher seien, und denen, die nicht davon ausgehen (Deutschland 49 %, Europa 50 %).

Eine schnelle Überprüfung der Liste der in IP-Telefonen festgestellten Schwachstellen reiche allerdings aus, um zu erkennen, dass selbstverständlich nicht alle IP-Telefone auf dem Markt sicher sind. Vielmehr, so Snom, weisen oftmals die bekanntesten IP-Telefonmarken die meisten Schwachstellen auf. Dies würden gerade auch jüngere Fälle belegen. „Ein Thema, das hervorgehoben werden muss. Insbesondere im Zusammenhang mit der potenziellen Fernwartung von IP-Telefonen, die in jüngster Zeit immer stärker zum Einsatz kommt“, so Mark Wiegleb, Head of Interop & Integration, Snom Technology GmbH.

Die Umfrage zeige noch ein weiteres interessantes Ergebnis auf: Die Frage, ob die Nutzer ihren Systemadministratoren trauen, die Sicherheit der Telekommunikation im Unternehmen zu gewährleisten, hätten 71 Prozent der europäischen Teilnehmer bejaht (Deutschland 85 %). In Italien seien dagegen 41 Prozent nicht sicher sind, wer dafür verantwortlich sei.

„Unsere Studie bestätigt zwar, dass der VoIP- und IP-Telefoniemarkt immer noch ein riesiges Potenzial hat. Aber sie offenbart auf erschreckende Weise auch eine ausgeprägte Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema Telefoniesicherheit, die in Zeiten unzähliger Angriffe auf IT-Systeme einer dringenden Korrektur bedarf“, so Mark Wiegleb weiter. „Hier gilt es, die Nutzer nachhaltig für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren, um Schaden von Unternehmen abzuwenden.“

Über die Studie

Im Auftrag der Snom Technology GmbH seien Ende Februar, Anfang März 2020 3.156 Business-Anwender – Geschäftsführer wie Angestellte gleichermaßen – in Deutschland, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich befragt worden.

Autor: Bernhard Lück

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