Es gibt digitales, interaktives Lernen und Apps, mit denen man seine Arbeit organisieren oder einen gesunden Lebensstil führen kann. Es gibt Produkte, online nutz- und mobil bestellbar, digital oder in naher Zukunft per Drohne geliefert – die Welt wird nicht digital, sie ist es schon längst. Interessant ist, wie sie sich künftig entwickelt.

Ein typischer Begleiteffekt der Digitalisierung ist der empört-besorgte Schrei über Datenmissbrauch, Überwachung und Abhängigkeit. Solche Bedenken sind nur natürlich und gehen mit jedem Fortschritt einher. Sie einfach vom Tisch zu wischen und dessen ungeachtet weiter dem Neuen unbedarft zu huldigen, ist genauso falsch, wie diese Entwicklung aus Angst pauschal zu kritisieren, abzulehnen oder gar zu boykottieren.

Digitalisierung ist gut, eigenes Denken auch

Die digitale Transformation ist in erster Linie eine Weiterentwicklung des bestehenden digitalen Status quo. Und diese Entwicklung wird weiter gehen, mit Euphorie, Optimismus, mit Bedenken und Problemen. Es gibt aber keinen Grund für Kritiker, gleich einen neuen Totalitarismus heraufzubeschwören. Man kann, sollte das differenziert und gelassen betrachten. Wie zum Beispiel der Historiker Andreas Rödder, wenn er im Interview sagt, dass „diese Form von Alarmismus […] eine der typischen Abwehrreaktionen auf die Beschleunigungsschübe der Moderne„ ist.

Es gilt also, die Digitalisierung nicht per se zu verdammen, sondern sie in geeignete Bahnen zu lenken; sie so zu entwickeln und zu nutzen, dass sie der Gesellschaft dient und sie nicht zur Ideologie erhebt. Dazu gehört, sich mit der Entwicklung kritisch und differenziert zu beschäftigen. Und nicht darauf zu warten, dass sich das Thema evolutionär schon irgendwie zum Guten fügen oder an einem vorbei gehen wird.

Es braucht die gesellschaftliche Sozialisierung der Digitalisierung.

Zum Autor

Carsten Fleckenstein

Redaktion DATEV magazin

Weitere Artikel vom Autor