- 1. Juli 2021

Risiken frühzeitig erkennen

Seit dem 1. Januar 2021 regelt das Gesetz zur Weiterentwicklung des Sanierungsrechtsfortentwicklungsgesetzes (SanInsFoG) die Sanierungs- und Insolvenzpraxis. Das aus dieser Bestimmung hervorgegangene Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) hält einige Änderungen für Steuerberaterinnen und Steuerberater bereit.

Laut § 102 StaRUG müssen Steuerberaterinnen und Steuerberater, die einen Jahresabschluss erstellen, ihre Mandanten auf mögliche Insolvenzgründe hinweisen. § 1 StaRUG legt für Organe von juristischen Personen und haftungsbeschränkten Personengesellschaften ein Krisenfrüherkennungssystem fest. Den Steuerberatern obliegt es, mögliche Insolvenzgründe zu erkennen (wie beispielsweiseeine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung) und sie sind verpflichtet, ihre Mandantinnen und Mandanten darauf aufmerksam zu machen. Im Rahmen des vorgeschriebenen Krisenfrüherkennungssystems müssen bestandsgefährdende Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden. Je früher mögliche Risiken erkannt werden, desto mehr Handlungsspielraum bleibt für Steuerberater, um drohende Krisen abzuwenden. Es ist wichtig wirtschaftliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Mandantinnen und Mandanten rechtzeitig gegenzusteuern.

DATEV unterstützt Sie im Rahmen der laufenden Buchführung mit einigen Lösungen. Sie entscheiden den Detailierungsgrad Ihres Krisenfrüherkennungssystems:

  • Nutzen Sie die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), um sich regelmäßig einen Überblick über die wichtigsten Unternehmenszahlen zu verschaffen.
  • Der Controllingreport comfort als ein Instrument zur tiefergehenden Analyse der wirtschaftlichen Lage geht dabei deutlich über die Aussagen einer klassischen BWA hinaus. Er enthält Kennzahlen, Trends und Grafiken auf Basis der Finanzbuchführung. Auffälligkeiten werden optisch hervorgehoben und lassen sich damit frühzeitig erkennen.

Neben weiterführenden Auswertungen, beispielsweise zu offenen Forderungen und Bankkonten, steht auch ein integriertes Frühwarnsystem zur Verfügung. Das Frühwarnsystem ergänzt den Controllingreport comfort um eine unterjährige Überwachung der wirtschaftlichen Lage der Mandanten durch den Vergleich mit Vorjahres- und Vormonatswerten. Die Überwachung erfolgt durch Betrachtung der Abweichungen anhand von hinterlegten Schwellenwerten. Diese lassen sich an die individuellen Gegebenheiten Ihrer Mandanten anpassen.

Übersicht über wirtschaftliche Lage

Wenn Sie für Ihre Mandantinnen und Mandanten ein Frühwarnsystem eingerichtet haben, erhalten Sie im DATEV Arbeitsplatz eine Übersicht zur wirtschaftlichen Lage für diese Mandate. Auf einen Blick erkennen Sie mandantenübergreifend Über- oder Unterschreitungen. Sie möchten für einen Mandanten einen schnellen Überblick über die Liquidität für die nächsten 90 Tage erhalten? Die DATEV Toolbox Liquiditätsvorschau dient dazu, die taggenaue Liquiditätsentwicklung für die nächsten 90 Tage darzustellen. Basis sind die Salden der Geldkonten und die offenen Posten aus Kanzlei-Rechnungswesen sowie individuell erfasste Zahlungsgrößen (zum Beispiel Löhne, Gehälter, Steuerzahlungen).

Sie möchten die wirtschaftliche Lage, etwa in Vorbereitung auf das Jahresabschlussgespräch, umfassend beurteilen? Bei der Erstellung des Jahresabschlusses und der unterjährigen Auswertungen unterstützt Sie DATEV Unternehmensanalyse, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu beurteilen und einzuschätzen. Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensanalyse ist das Analysecockpit. Hier wird die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen zur Liquiditäts-, Erfolgs- und Vermögenslage dargestellt. So können Sie Veränderungen frühzeitig erkennen. Daneben enthält das Analysecockpit auch eine grafische Darstellung der Bilanzbonität. Die Bilanzbonität (Insolvenzprognose) basiert auf empirisch-statistischen Auswertungen der Creditreform Rating AG. Damit soll ein drohender Ausfall des Unternehmens rechtzeitig erkannt werden.

Welche Instrumente stehen Ihnen zur Verfügung, um im Rahmen einer Planung verschiedene Szenarien der künftigen Entwicklung des Unternehmens abbilden zu können? Sowohl für die Identifikation eines möglichen Insolvenzgrundes als auch zur Einrichtung eines Krisenfrüherkennungssystems ist eine integrierte Unternehmensplanung (Erfolg, Bilanz, Liquidität) notwendig. Im Rahmen einer solchen Planung können Sie zeigen, ob zum Beispiel durch das Eintreten möglicher zukünftiger Entwicklungen eine Bestandsgefährdung für das Unternehmen eintreten könnte. DATEV Unternehmensplanung unterstützt Sie bei der Erstellung einer mittelfristigen integrierten Erfolgs-, Finanz- und Vermögensplanung. Unter Berücksichtigung aller Zusammenhänge im Unternehmen werden die Entwicklung des betrieblichen Erfolgs und die Veränderungen der Vermögens- und Kapitalstruktur für bis zu fünf künftige Jahre aufgezeigt. Nutzen Sie die neue Standard-Planung als ein schnelles und einfaches Instrument für die Erstellung einer Erfolgsplanung. Die Standard-Planung steht Ihnen in Kanzlei-Rechnungswesen für alle Mandanten, die auf den neuen Jahresabschluss auf Basis von Kontenzwecken umgestellt wurden, zur Verfügung.

Entwicklungspfad Liquidität

Unser Unterstützungsangebot deckt mit verschiedenen Bausteinen alle Facetten einer Liquiditätsberatung ab. Besonders die Schritte 1 „Liquidität analysieren und aktiv steuern“, Schritte 5 „Unternehmen erfolgreich durch Umsatzschwankungen lotsen“ und Schritt 7 „Risiken richtig begegnen“ zeigen die genannten Lösungen mit weiterführenden Hinweisen auf, die für die Beratung zu Krise und Krisenfrüherkennung hilfreich sind.

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