Internationaler Mitarbeitereinsatz - 19. August 2016

Karrriere fern der Heimat

Auslandsentsendungen werden angesichts zunehmender Globalisierung immer häufiger und beliebter. Die starke Nachfrage nach hoch qualifiziertem Personal sowie der Fachkräftemangel vor Ort sind nur einer der Gründe. Die sogenannten Expatriates sind zunehmend jünger, nicht wenige versprechen sich vom Auslandseinsatz einen Karrieresprung. Aktuell ist eine Expansion in die neuen Märkte in Asien und Südamerika zu bemerken. Hauptzielländer…

Die Zahl der Betriebe, die ihre Mitarbeiter ins Ausland schicken, um dort für eine Tochtergesellschaft oder im Rahmen eines besonderen Projekts zu arbeiten, nimmt weiter zu. Internationale Mitarbeitereinsätze sind aber komplex, geprägt durch das Zusammenspiel bzw. die Kollision unterschiedlicher Rechtsordnungen. Zudem ist eine Vielzahl an arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten zu beachten. Will man etwa das anwendbare Recht der Sozialversicherung beurteilen, kommt es stets auf den konkreten Sachverhalt an. Neben multilateralen und bilateralen Abkommen sind gegebenenfalls auch die Vorschriften des SGB IV einschlägig. Beim Arbeitsrecht sind individual- und kollektivrechtliche Aspekte zu klären, während die steuerlichen Aspekte sowohl den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber betreffen.

Ausblick

Der internationale Mitarbeitereinsatz in Zeiten zunehmender Globalisierung bedarf einer gründlichen personalseitigen und vor allem rechtlichen Vorbereitung. Problematisch ist häufig auch die sogenannte Repatriation. Viele Unternehmen kümmern sich noch zu wenig um die Wiedereingliederung der Mitarbeiter. So kehrt nach erhofftem Karrieresprung bei den Entsandten schnell Ernüchterung ein, die in letzter Konsequenz zu einem Firmenwechsel nach relativ kurzer Rückkehrzeit führt. Mit Blick auf Brexit und dessen Auswirkungen auf Entsendungen wird es entscheidend darauf ankommen, welche Abkommen mit den Briten für die Zeit nach deren Ausscheiden aus der EU geschlossen werden.

Zum Autor

Robert Brütting

Rechtsanwalt in Nürnberg und Fachjournalist Recht sowie Redakteur beim DATEV magazin

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