Lean und agile als Organisationsformen im Unternehmen - 19. März 2018

Abschied von Taylor

von Gastautor

Anfang der neunziger Jahre – ich war damals in einem Werk der Automobilsparte von Siemens in den USA tätig – kam die MIT-Studie zur Lean Production (Toyota Production System) heraus. Es gab einen riesigen Hype um das Thema!

Das Buch „The Machine that changed the World“ der Studienautoren James P. Womack, Daniel T. Jones und Daniel Roos war rasch vergriffen. In der deutschen Industrie wurde zunächst vielfach gewitzelt, dass man nicht vorhabe, magersüchtig zu werden (wegen engl. lean zu Deutsch mager). Ein ganzheitliches Qualitätsverständnis, welches dem Total Quality Management entspricht, gebe es ja bereits seit vielen Jahren in Deutschland… Heute sind Prinzipien des Lean-Managements und der Lean-Production in annähernd jedem erfolgreichen deutschen Industrieunternehmen eine Selbstverständlichkeit. TQM ist der weltweit am meisten genutzte Management-Ansatz.

Zeitlich etwas später als lean entstanden die Grundgedanken zu agile und mündeten im agilen Manifest im Jahr 2001. Eine enge Verwandtschaft verbindet die beiden Denkschulen: Agile hat seinen Fokus primär auf der Software-Produktion, letztlich geht es aber generell um ein zeitgemäßes Organisationsverständnis. Vor dem Hintergrund des verschärften Zeitwettbewerbs und der gestiegenen Komplexität der Marktanforderungen, braucht ein Unternehmen beides: lean & agile.

Über den Autor

Jörg von Pappenheim begann nach dem Studium der Rechtswissenschaften seine berufliche Laufbahn im Personalbereich bei Siemens. Anfang 1997 wurde er Personalchef des Rodenstock-Konzerns in München. Seit 2004 ist er Mitglied des Vorstandes der DATEV eG. in Nürnberg, IT-Dienstleister für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer sowie deren Mandanten. Zu seinem Ressort gehören die Bereiche Personal, Gebäude und Umwelt.

Über wechselnde Unternehmen hinweg galt sein Hauptinteresse immer den Menschen im Unternehmen, dem Wandel und der Nachhaltigkeit. In Fachbüchern, Artikeln und Vorträgen bezieht er Stellung zu nachhaltiger Unternehmensführung und strategischer Personalarbeit. Jörg Rabe von Pappenheim ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Freizeit liebt er das Joggen, Skifahren und Reisen.

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