GfK-Konsumklimastudie für Dezember 2019 - 20. Dezember 2019

Verbraucher bleiben in Konsumlaune

GfK, Pressemitteilung vom 20.12.2019

Im Dezember muss die Verbraucherstimmung wieder einen Dämpfer hinnehmen. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung erleiden Einbußen, während die Anschaffungsneigung ihr ohnehin sehr hohes Niveau leicht steigern kann. GfK prognostiziert für Januar 2020 einen Wert von 9,6 Punkten und damit 0,1 Zähler weniger als im Dezember dieses Jahres (9,7 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Dezember 2019.

Der konjunkturelle Gegenwind in Deutschland und vor allem die gesunkene Einkommenserwartung sorgen dafür, dass das Konsumklima leicht verliert. Dagegen stemmt sich jedoch die Anschaffungsneigung, die leicht zulegt.

“In einem stürmischer werdenden konjunkturellen Umfeld erweist sich die Anschaffungsneigung auch zum Jahresende 2019 als ein Fels in der Brandung. Die Verbraucher lassen sich ihre Kauflaune bislang nicht verderben” erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. “Eine wichtige Stütze erfährt die Anschaffungsneigung dabei durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Drohende Strafzinsen für Geldanlagen haben die Sparneigung auf ein neues Allzeit-Tief stürzen lassen und machen das Sparen wenig attraktiv. Für den Handel sind das im Jahresendspurt sicherlich gute Nachrichten.”

Konjunkturaussichten sinken wieder

Nach der spürbaren Erholung im Vormonat erleiden die Konjunkturerwartungen im Dezember wieder einen Rückschlag. Der Indikator verliert mit einem Minus von 6,1 Zählern ein gutes Drittel seiner Gewinne vom November. Aktuell liegt er bei -4,4 Punkten und damit etwas unter seinem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Es ist zu befürchten, dass sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt.

Bei den Verbrauchern hat sich zuletzt offenbar der Eindruck verstärkt, dass sich die deutsche Konjunktur spürbar abschwächen wird. Das zeigt sich auch an den Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr. So soll die deutsche Wirtschaft 2019 um etwa 0,5 Prozent wachsen, für 2020 werden knapp ein Prozent vorhergesagt.

Der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China auf der einen Seite und USA und EU auf der anderen Seite hängt wie ein Damoklesschwert über der Exportnation Deutschland. Hinzu kommt, dass aktuell das Wachstum weltweit etwas schwächelt. Dies dürfte die Angst vor Jobverlust in den exportorientierten Industrien und bei deren Zulieferern steigen lassen.

Einkommenserwartung sinkt auf niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren

Den konjunkturellen Gegenwind bekommen in diesem Monat auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher verstärkt zu spüren. Der Indikator büßt 10,5 Zähler ein und sinkt auf 35,0 Punkten. Ein geringerer Wert wurde mit 30,8 Punkten zuletzt vor mehr als sechs Jahren, im Oktober 2013, gemessen. Die Einkommensstimmung weist zwar nach wie vor ein gutes Niveau auf, allerdings ist die Euphorie inzwischen verflogen.

Dieses gute Niveau ist in erster Linie auf die gute Beschäftigungssituation in Deutschland zurückzuführen. Allerdings hat die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt, die lange Jahre herrschte, stark nachgelassen. Meldungen über personelle Anpassungen in einigen Industriebereichen, wie der Automobilindustrie und deren Zulieferern, lässt den Einkommensoptimismus schwinden.

Anschaffungsneigung bleibt trotz Gegenwind robust

Trotz schwächerer Konjunktur- und Einkommensaussichten lassen sich die deutschen Verbraucher ihre Konsumlaune nicht verderben. Die Anschaffungsneigung gewinnt im Dezember 2,2 Zähler hinzu und weist nun 52,2 Punkte auf. Damit liegt sie auf Vorjahresniveau.

Damit trotzt die Konsumlaune dem Gegenwind, der aktuell durch die spürbar gesunkene Einkommenserwartung herrscht. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die die Sparneigung in diesem Monat auf ein neues Allzeit-Tief hat abstürzen lassen, liefert dagegen Rückenwind für die Anschaffungsneigung. Das Sparen als Alternative zum Konsum ist derzeit wenig attraktiv, zumal nun auch Privatanleger befürchten müssen, Strafzinsen für ihre Geldanlagen bei den Banken zahlen zu müssen.