EU-Kommission, Pressemitteilung vom 17.11.2025
Die Herbstprognose 2025 der Europäischen Kommission zeigt in den ersten drei Quartalen ein Wachstum, das die Erwartungen übertroffen hat. Während die kräftige Entwicklung ursprünglich durch einen Anstieg der Ausfuhren im Vorgriff auf Zollerhöhungen bedingt war, setzte sich das Wachstum der EU-Wirtschaft im dritten Quartal fort. Für die nähere Zukunft wird erwartet, dass sich die Konjunktur im Prognosezeitraum trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds weiterhin in moderatem Tempo ausweitet.
Entschlossenes Handeln notwendig
EU-Kommissar Valdis Dombrovskis, zuständig für Wirtschaft und Produktivität, Implementierung und Vereinfachung, sagte: „Selbst in einem ungünstigen Umfeld ist die Wirtschaft der EU weiter gewachsen. Angesichts des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds muss die EU nun entschlossen handeln, um das binnenwirtschaftliche Wachstum anzukurbeln. Dies bedeutet, dass wir unsere Arbeit an der Agenda für Wettbewerbsfähigkeit beschleunigen müssen – unter anderem durch die Vereinfachung der Rechtsvorschriften, die Vollendung des Binnenmarkts und die Förderung von Innovationen.“
Vorhersagen für BIP und Inflation
- Die diesjährige Herbstprognose geht davon aus, dass das reale BIP in der EU 2025 und 2026 um 1,4 Prozent wachsen und 2027 auf 1,5 Prozent ansteigen wird. Es wird erwartet, dass das Euro-Währungsgebiet diesen Trend widerspiegelt, wobei das reale BIP den Projektionen zufolge 2025 um 1,3 Prozent, 2026 um 1,2 Prozent und 2027 um 1,4 Prozent wachsen wird.
- Den Prognosen zufolge wird die Inflation im Euro-Währungsgebiet ihren Rückgang auf 2,1 Prozent im Jahr 2025 fortsetzen und über den Prognosehorizont hinweg bei rund 2 Prozent liegen. In der EU dürfte die Inflation geringfügig höher bleiben und 2027 auf 2,2 Prozent zurückgehen.
Prognose der Kommission für Deutschland
Nach zwei Jahren des Konjunkturrückgangs dürfte die Wirtschaft 2025 weitgehend stagnieren und 2026 und 2027 mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent wieder anziehen. Die positiven Auswirkungen durch gestiegene öffentliche Ausgaben werden durch die negativen Auswirkungen der Handelsspannungen teilweise aufgehoben. Diese Spannungen werden sich voraussichtlich auf die Ausfuhren auswirken. Die expansive Finanzpolitik und das Wachstum des Reallohns dürften den privaten Verbrauch ankurbeln.
Für 2025 wird aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Einschätzung und der hohen Unsicherheit mit einem Rückgang der Investitionen gerechnet. Im Laufe der Zeit ist mit einer allmählichen Erholung zu rechnen, da sich der Verbrauch und die öffentlichen Investitionen beschleunigen. Das öffentliche Defizit dürfte 2026 steigen und – ausgehend von der derzeit bekannten Politik – 2027 hoch bleiben. Es wird erwartet, dass die öffentliche Schuldenquote auf 65,2 Prozent des BIP im Jahr 2026 und 67,0 Prozent im Jahr 2027 steigt.
Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland