EU-Arbeitsmobilität - 11. Januar 2021

Bericht zur EU-Arbeitsmobilität 2019: Deutschland und UK waren beliebteste Zielländer

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 08.01.2021

Der Bericht zur Arbeitsmobilität in der EU 2019 zeigt, dass die Mobilität weiter zugenommen hat, allerdings langsamer als in den Vorjahren. Im Jahr 2019 lebten 17,9 Millionen Europäerinnen und Europäer in einem anderen EU-Land, verglichen mit 17,6 Millionen im Vorjahr. Die Hauptzielländer für etwa die Hälfte der EU-Migranten im erwerbsfähigen Alter waren Deutschland (26 Prozent) und das Vereinigte Königreich (20 Prozent). Rumänien, Polen, Italien, Portugal und Bulgarien blieben die fünf wichtigsten Herkunftsländer. Der am 08.01.2020 von der EU-Kommission veröffentlichte Jahresbericht zur EU-Arbeitsmobilität zeigt Trends bei der Freizügigkeit von Arbeitnehmern und ihren Familienangehörigen auf, basierend auf den neuesten verfügbaren Daten (2019/2018).

In Deutschland leben danach 3,3 Millionen Menschen aus anderen EU-Ländern, in Spanien 1,4 Millionen, in Italien 1,2 Millionen, in Frankreich 970.000 und im Vereinigten Königreich 2,6 Millionen. Luxemburg ist das Land mit dem höchsten Anteil von EU-Arbeitsmigranten im Verhältnis zur Bevölkerung (43,6 Prozent), gefolgt von Zypern (17,1 Prozent) und Irland, Österreich, Belgien und Malta (alle um oder knapp über 10 Prozent).

Deutschland ist nach wie vor eines der Hauptzielländer, mit einem Zustrom von 299.800 EU-Migranten im Jahr 2018 – ein Rückgang von 6 Prozent gegenüber 2017. Die Zuwanderung aus der EU-27 in das Vereinigte Königreich war weiterhin stark rückläufig (-14 Prozent). Ein Rückgang ist auch in Italien zu beobachten (-7 Prozent), während für Frankreich (3 Prozent) und Spanien (4 Prozent) Zuwächse verzeichnet werden. Die Nettomobilität blieb relativ konstant und sank um etwa 1 Prozent von 382.000 im Jahr 2017 auf 379.000 im Jahr 2018.

Die Länder, aus denen die meisten Staatsangehörigen abwanderten, waren Rumänien (163.000), Deutschland (161.000), das Vereinigte Königreich (110.000), Polen (106.000) und Italien (89.000). Rumänien und Polen verzeichneten bereits 2017 rückläufige Abflüsse im Vergleich zu 2016, und der weitere Rückgang im Jahr 2018 ist ein weiterer Indikator für das insgesamt verlangsamte Wachstum der Mobilität.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in der EU-Arbeitsmigration waren 2019 das verarbeitende Gewerbe und der Groß- und Einzelhandel. Der Anteil der Hochqualifizierten, die in ein anderes EU-Land umziehen, hat im Laufe der Zeit zugenommen: 2019 war einer von drei (34 Prozent) der EU-Arbeitsmigranten hochqualifiziert, verglichen mit einem von vier im Jahr 2008. Die Hauptzielländer der Hochqualifizierten sind Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien und Österreich.

Betrachtet man die Altersgruppen der EU-Migranten, so zeigt der Bericht, dass sie am ehesten zu Beginn ihres Berufslebens umziehen. Von denjenigen, die unbedingt umziehen wollen, sind 75 Prozent unter 35 Jahre alt. Auch die Rückkehrmobilität ist von großer Bedeutung: von drei Personen, die wegziehen, kehren zwei in ihr Herkunftsland zurück.

Quelle: EU-Kommission