Betriebs­wirt­schaft­liche Beratung - 25. Juni 2015

Auswirkungen aufzeigen

Zunehmender Wettbewerb, wach­sen­de ­Kom­ple­xi­tät, engere Märkte und stei­gen­der Kos­ten­druck er­for­dern zu­kunfts­orien­tier­tes Handeln. Das gilt für den Unter­nehmer: nur wer die Zahlen seines Unter­nehmens kennt, ist in der Lage, mög­liche Ver­än­de­run­gen früh­zeitig zu er­ken­nen. Und das gilt für den steuer­lichen Berater, der dem Unter­neh­mer die Zahlen liefert, die Kon­se­quen­zen auf­zeigt und Lö­sungs­vor­schläge erarbeitet.

Betriebswirtschaftliche Beratung ist unzweifelhaft ein wichtiges zukunftsbezogenes Tätigkeitsfeld für Steuerberater. Die Grundlage für den Einstieg in dieses Beratungsfeld ist ein konsequentes, zielorientiertes Kanzleimanagement. Daneben sind Tools und Informationsmaterial, wie sie DATEV zur Verfügung stellt, sehr nützlich. Für ein systematisches Vorgehen spricht auch der Einsatz von unterstützender Software, beispielsweise die DATEV-Programme zur Wirtschaftsberatung, die, abgestimmt auf den Anlass, für den Beratungsprozess die relevanten Unternehmenszahlen und etwaige Handlungsempfehlungen liefert. Auf dieser Basis und mit der Kenntnis der steuerlichen Gesamtsituation des Mandanten sind die Voraussetzungen geschaffen. Wunder in Form eines zu verrechnenden Auftrags für betriebswirtschaftliche Beratung sollte man aber trotzdem nicht gleich erwarten. Denn es ist echte Überzeugungsarbeit und persönlicher Einsatz beim Mandanten notwendig. Aber auch das funktioniert mit der richtigen Unterstützung.

Systematisch vorgehen

Gerade am Anfang muss es nicht das volle Programm sein. In einem ersten Ansatz lässt sich beispielsweise aufzeigen, welche Auswirkungen eine Verkürzung des Kundenziels oder eine Verlängerung des Lieferantenziels auf Zinsaufwand und Liquidität hat. Ansätze und Ideen entstehen beim Vergegenwärtigen der Unternehmenslage und indem an den Mandanten die richtigen Fragen gestellt werden. Kann der Mandant in den folgenden Monaten bei unverändertem Zahlungsverhalten das Kreditlimit einhalten? Oder wie wirken sich die Steuerzahlungen der kommenden Monate auf seine Liquidität aus?
Wichtig ist ein systematisches Vorgehen. „Viele Unternehmen machen den Fehler, die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ihres Unternehmens nur vergangenheitsbezogen zu betrachten“, meint Alexander Reichenberger, Steuerberater in Lingen. In seiner Kanzlei legt er den Fokus auf die Zukunft. „Denn nur wer überhaupt ein Ziel vor Augen hat, wird es auch erreichen können.“ Auch wenn es einfach klingt, so steckt doch einiges an Überlegung dahinter: Der Erfolg der Kanzlei wächst mit dem Erfolg ihrer Mandanten. Um dahin zu kommen, braucht es Beratungskompetenz und eine optimierte Kanzleiorganisation, eine kontinuierliche Prozessoptimierung und standardisierte Abläufe. Zu diesen Rahmenbedingungen, die stimmen müssen, gehören gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter und ein gutes partnerschaftliches Netzwerk, um die Bekanntheit im Bereich Wirtschaftsberatung zu steigern und sich als Experte in betriebswirtschaftlichen Analysen zu profilieren. Für Alexander Reichenberger bedeutet das, bei sich selbst anzufangen, die Kanzlei als Wirtschaftsberatungsmandanten zu sehen. Er empfiehlt, drei Topdienstleistungen zu definieren und für diese Top-3-Dienstleistungen die Prozesse zu bestimmen. Dazu schlägt er vor, offensiv und selbstbewusst zu handeln und sich aktiv auf die Erwartungen der Mandanten einzustellen. Denn gute Leistung gibt es nicht zum Nulltarif. Und er ist davon überzeugt, dass dies auch Mandanten honorieren, die sich für betriebswirtschaftliche Beratung interessieren.

Um beim Beispiel der Kanzlei Reichenberger & Partner zu bleiben, ­deren drei Topdienstleistungen sind:

  1. Erstellung von Planungsrechnungen mit DATEV Unternehmensplanung pro
  2. Ermittlung der kurzfristigen Liquidität mit dem Tool Liquiditätsvorschau
  3. Darstellung der Finanzierungsalternativen mit DATEV Finanzanalyse pro

Weitere Einstiegsmöglichkeiten

Bei Unternehmen gibt es von der Existenzgründung über die Unternehmensberatung bis hin zur Firmenübergabe großes Beratungspotenzial, sowohl im operativen als auch im strategischen Bereich. Jede Kanzlei muss aber für sich einen eigenen Einstieg finden. Zum Beispiel kann das bewährte Jahresabschlussgespräch für den Einstieg genutzt werden. Aber auch das Quartalsgespräch bietet sich an. Denn in einem kontinuierlichen Beratungszyklus können Entwicklungen besser dargestellt werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Beratungsanlässe, wie die Kanzlei ihre Mandanten unterstützen kann. Eine einfache Frage an den Mandanten: „Wie sieht eigentlich die Bank Ihr Unternehmen?“, kann schon der Auftakt sein, intensiver in die Materie einzusteigen und ­wichtige Kennzahlen für ein Kreditgespräch aufzubereiten. Die Kanzlei Reichenberger & Partner unterstützt beispielsweise bei der Wahl der ­Finanzierungsart und stellt Kontakte zu den entsprechenden Institutionen her. Sie bietet auch die Begleitung zu Gesprächen mit den Entscheidern der Kreditinstitute an, um das Unternehmen bestmöglich vorzustellen und einen positiven Gesprächsverlauf zu bewirken. Aus ­gutem Grund, wie Alexander Reichenberger meint: „Noch immer haben viele Unternehmer die Bedeutung der Auflagen im Kreditvergabewesen der Banken nicht realisiert. Dabei ist das Unternehmens-Rating längst Standard und kann zu einer erschwerten Kreditvergabe sowie einer Bepreisung anhand verschiedener Risikofaktoren zum Beispiel. der Kontokorrentkredite führen.“ Beispielsweise mit den im DATEV Rating-System enthaltenen Checklisten und Beurteilungshilfen können Stärken und Schwächen eines Unternehmens analysiert werden. Betriebswirtschaftliche Fragen zur wirtschaftlichen Lage sowie zu operativen, strategischen und externen Risiken sind hinterlegt, die mit alternativen Antworten nach dem bekannten Schulnotensystem (Noten 1 bis 6) qualifiziert werden. Getreu dem Motto: analysieren, bewerten und beraten.

Umfassende Unterstützung

Vom Kerngeschäft zur betriebswirtschaftlichen Beratung sind es nur ein paar Schritte. Viele betriebswirtschaftliche Fragen lassen sich leicht aus den Kernprozessen heraus beantworten, denn sie sind eng mit dem Kerngeschäft, wie der Finanzbuchhaltung, verzahnt. Um zu den jeweiligen Themen bestmöglich betriebswirtschaftlich zu beraten, kann der Berater direkt aus den Anwendungen, wie zum Beispiel Kanzlei-Rechnungswesen pro oder auch Einkommensteuer, die Beratungs-, Analyse- und Planungsprogramme der Wirtschaftsberatung starten. Neben den Programmen bietet DATEV ein umfassendes Unterstützungsangebot aus Informationen, Seminaren und Vertriebshilfsmitteln für die Kanzlei. Wer jetzt handelt, beweist Weitblick, zumal sich potenzielle Engpässe nur lösen lassen, wenn sie rechtzeitig durchdacht und realisiert worden sind.

MEHR DAZU

Weitere Informationen finden Sie unter www.datev.de/ betriebswirtschaftliche-beratung

Zum Autor

HF
Herbert Fritschka

Redaktion DATEV magazin

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