BMWE, Pressemitteilung vom 13.11.2025
- Zusammen mit einer leichten Aufwärtsrevision der BIP-Entwicklung im zweiten Quartal weist das Statistische Bundesamt gemäß der Schnellmeldung für das dritte Quartal eine Stagnation des BIP aus. Positive Impulse kamen dabei von der Binnenwirtschaft, insbesondere den Ausrüstungsinvestitionen (Maschinen, Anlagen, Kfz). Rückläufige Exporte infolge der gestiegenen Handelsbehinderungen dürften das BIP-Wachstum dagegen gedämpft haben. Entstehungsseitig dürfte der Dienstleistungssektor das Wachstum erneut leicht gestützt haben, während die Wertschöpfung in der Industrie wie auch im Baugewerbe weiterhin rückläufig gewesen sein dürfte. Aktuelle Frühindikatoren zeichnen ein uneinheitliches Bild, das neben den geopolitischen Spannungen auch von Unsicherheiten bei der Versorgung mit wichtigen Vorprodukten geprägt ist.
- Im September ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen; im August war sie vor allem in Folge einer Sonderentwicklung in der Automobilindustrie (Werksferien, Produktionsumstellungen) um 3,7 Prozent gefallen. Die Industrieproduktion legte im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent zu, wobei, insbesondere die Produktion von Investitionsgütern um 3,8 Prozent kräftig ausgeweitet wurde. Auch die Energieproduktion entwickelte sich mit +1,3 Prozent positiv, während der Bau rückläufig war (-0,9 Prozent). Im dritten Quartal lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent unter dem Wert des Vorquartals.
- Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) stagnierten im September gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im September ein Plus von 0,2 Prozent, der Handel mit Lebensmitteln legte dabei um 0,3 Prozent zu, während der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 0,8 Prozent zurückging. Bei PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Oktober im Vormonatsvergleich ein Plus von 2,7 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um 12,0 Prozent und damit deutlich höher. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt weiter auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung zum Jahresende hin.
- Die Inflationsrate ist im Oktober leicht auf 2,3 Prozent gesunken. Wesentlicher Treiber bleiben die Dienstleistungen; die Kerninflationsrate zeigt sich mit 2,8 Prozent wie schon im Vormonat auf erhöhtem Niveau. Dämpfend wirken weiterhin die Energiepreise, die im Oktober im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent niedriger ausfielen. Bis zum Jahresende ist von einer stabilen Entwicklung der Inflation bei knapp über 2 Prozent auszugehen.
- Die Zahl der Arbeitslosen hat im Oktober mit einem saisonbereinigten Rückgang um ein Tausend Personen nahezu stagniert. Die Erwerbstätigkeit verzeichnete im September mit minus 20 Tausend Personen erneut einen Rückgang und auch die SV-pflichtige Beschäftigung entwickelte sich im August mit minus 17 Tausend Personen rückläufig. In Anbetracht der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt vorerst kaum verbessern.
Stagnation der Wirtschaftsleitung im dritten Quartal
Die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft hielt auch im dritten Quartal an. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im dritten Jahresviertel auf dem Niveau des Vorquartals. In Ursprungswerten legte es um 0,3 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Gleichzeitig wurde die Verlaufsrate im zweiten Quartal leicht auf von -0,3 Prozent auf -0,2 Prozent nach oben revidiert.
Positiv entwickelte sich demnach die Binnenwirtschaft, insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen (Maschinen, Anlagen, Kfz). Trotz der Exportbelebung im September hat die außenwirtschaftliche Entwicklung das BIP-Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich gedämpft. Hier machen sich vor allem Wirkungen aus der US-Handelspolitik zunehmend bemerkbar, die die deutsche Industrieproduktion und Exporte belasten.
Entstehungsseitig dürfte der Dienstleistungssektor das Wachstum erneut leicht gestützt haben, während die Wertschöpfung in der Industrie wie auch im Baugewerbe weiterhin rückläufig gewesen sein dürfte. Detaillierte Ergebnisse zur BIP-Entwicklung im dritten Quartal legt das Statistische Bundesamt am 25.11.2025 vor.
Aktuelle Indikatoren weisen noch ein gemischtes Bild für die wirtschaftliche Entwicklung zum Jahresende auf: Der ifo Geschäftsklimaindex, der S&P-Einkaufsmanagerindex und die ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen zuletzt eine Aufhellung, insbesondere im Dienstleistungssektor, und lassen eine Erholung in den kommenden Monaten erwarten. Die jüngst veröffentlichte DIHK-Umfrage deutet dagegen noch nicht auf eine breit angelegte Verbesserung der Geschäftserwartungen hin.
Auch auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher stellt sich das Bild uneinheitlich dar: Sowohl das HDE-Konsumbarometer als auch das GfK-Konsumklima sind im November gesunken, wobei etwas optimistischere Konjunktureinschätzungen von negativen Einkommenserwartungen überlagert wurden. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel ist dagegen im Oktober leicht angestiegen; die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage etwas besser, die Erwartungen bleiben jedoch weiter verhalten.
Im Gesamtbild ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland im Herbst noch fragil. Die Aufhellung der Geschäftserwartungen in einigen Bereichen steht im Kontrast zu der meist noch als ungünstig bewerteten Lage. Die zuletzt drohenden Lieferengpässe bei Halbleitern und die chinesischen Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden scheinen zwar kurzfristig für die Versorgungslage der deutschen Industrie nicht akut zu werden. Dennoch zeigen diese Risken die Abhängigkeiten der deutschen Industrie, vor allem der Automobilwirtschaft, von globalen Lieferketten und dürften angesichts der geopolitischen Spannungen fortbestehen.
Weltwirtschaft bislang resilient, Handelsdynamik schwächt sich ab
Die weltweite Industrieproduktion entwickelte sich im August wie schon in den beiden Vormonaten mit einem geringfügigen Plus von 0,1 Prozent gegenüber Juli verhalten. Dabei konnte die Steigerung der Ausbringungsmenge in den Schwellenländern den Rückgang in den Industrieländern, v.a. im Euroraum und in Japan, kompensieren. Infolge des kräftigen, durch Vorzieheffekte im US-Geschäft geprägten Starts in das Jahr lag die globale Produktion insgesamt immer noch um 3,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Frühindikatoren legen eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten nahe: Der Einkaufsmanagerindex (EMI) von S&P Global für die Weltwirtschaft hat im Oktober den vorangegangenen Rückgang mit einem Anstieg um 0,4 Punkte auf 52,9 wieder wettgemacht und signalisiert damit eine etwas höhere Aktivität als im September. Dabei verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich recht deutlich, in der Industrie geringfügig. Die Auftragseingänge im Exportbereich gingen laut EMI allerdings abermals zurück und deuten auf eine weitere Abschwächung der globalen Handelsströme hin. Auch der Sentix-Index für die Weltwirtschaft, der die Konjunktureinschätzung von Finanzinvestoren widerspiegelt, ist im November weiter gestiegen und signalisiert einen verhaltenen Aufschwung. Während sich die Stimmung der Investoren mit Blick auf den Euroraum zuletzt wieder etwas eingetrübt hat und für die US-Konjunktur angesichts des anhaltenden Shutdowns zunächst Stillstand erwartet wird, expandierte der Sentix für Japan und Asien (ohne Japan) im Oktober zum dritten Mal in Folge.
Für den Welthandel deutet sich dagegen eine Abschwächung an. Nach dem deutlichen Plus von 1,5 Prozent im Juli ist der weltweite Warenhandel angesichts stark schwankender US-Importe im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass sich der weltweite Güterhandel im Herbst weiter abgeschwächt hat; im September hat der Indikator saisonbereinigt erneut etwas nachgegeben, von 137,3 auf 136,7 Punkte. Ohne den kräftigen Anstieg des Containerumschlags in den chinesischen Häfen wäre der Rückgang größer ausgefallen, denn in den europäischen Häfen verringerte sich die Aktivität deutlich. Im Oktober war die Handelsaktivität laut Schiffsbewegungsdaten des IWF Trade Monitors ebenfalls abwärtsgerichtet.
Der weltwirtschaftliche Ausblick stellt sich damit am aktuellen Rand unverändert dar: Nach einem durch Lageraufbau von US-Unternehmen gestützten starken Start von Weltwirtschaft und -handel in das laufende Jahr zeigen sich nun langsam die erwarteten Bremsspuren, vor allem beim Welthandel. Auch wenn KI-bezogene Investitionen und Handelsaktivitäten stützend wirken, liegt der effektive US-Importzoll auf dem höchsten Niveau seit den 1930er Jahren laut Schätzungen des Yale Budget Lab derzeit bei rund 18 Prozent. Darüber hinaus bleibt die wirtschafts- und handelspolitische Unsicherheit erhöht und dämpft die Investitionstätigkeit. Da die betroffenen Unternehmen die Zölle erst nach und nach an ihre Kunden weiterreichen dürften und die Anpassungen globaler Handelsströme noch in vollem Gange sind, werden sich die wirtschaftlichen Auswirkungen laut aktuellen Prognosen internationaler Organisationen erst schrittweise zeigen. Für 2026 wird dementsprechend überwiegend von einer deutlich schwächeren Handelsdynamik ausgegangen.
Warenhandel im September dank EU- und US-Geschäft wieder im Plus
Nach rückläufigem Auslandsgeschäft im Juli und August waren die deutschen Exporte, wie auch die Produktion, zuletzt wieder aufwärtsgerichtet: Zum Ende des dritten Quartals haben die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent expandiert. Sowohl in die EU als auch – erstmals wieder seit März – in die USA wurde im September deutlich mehr als im Vormonat geliefert. Die Warenausfuhren nach China gingen dagegen zurück. Im dritten Quartal verzeichneten die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen insgesamt ein Minus von 1,6 Prozent. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen legten im September saison- und kalenderbereinigt mit +0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat geringfügig kräftiger zu als die Exporte, wobei sich besonders die Warenimporte aus dem Vereinigten Königreich, den USA sowie China dynamisch entwickelten. Im Quartalsvergleich gingen die Importe dagegen insgesamt um 2,0 Prozent zurück. Der monatliche Außenhandelsüberschuss stagnierte im September saisonbereinigt bei 10,3 Mrd.
Nach den vorangegangenen beiden Rückgängen sind die Einfuhrpreise infolge höherer Kosten für Energie und Rohstoffe im September saisonbereinigt mit +0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Da die Ausfuhrpreise ebenfalls um 0,1 Prozent zunahmen, stagnierte das außenwirtschaftliche Tauschverhältnis (Terms of Trade). In realer Rechnung dürfte die Expansion der Aus- und Einfuhren damit geringfügig schwächer ausgefallen sein.
Die Reaktionen der Unternehmen auf US-Zollankündigungen und -anpassungen prägen nach wie vor die uneinheitliche Indikatorenlage: Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben nach drei Rückgängen in Folge im September um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt, wozu neben einer höheren Nachfrage aus dem Euroraum (+2,1 Prozent) auch zunehmende Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum (+4,3 Prozent) beitrugen, v.a. in den Bereichen sonstiger Fahrzeugbau und Kfz. Im dritten Quartal lagen die Auslandsorder insgesamt aber um 4,5 Prozent im Minus. Laut ifo Exporterwartungen zeichnet sich für die dt. Exporteure weiterhin keine Erholung ab; der Indikator sank im Oktober von 3,4 auf 2,8 Saldenpunkte. Besonders in energieintensiven Branchen werden rückläufige Exporte erwartet. Dagegen blickt die gewichtige Automobilindustrie wieder hoffnungsvoll auf das Auslandsgeschäft der kommenden drei Monate.
Vor dem Hintergrund höherer Handelshemmnisse und wiederkehrender Zollanpassungen bleiben die handelspolitischen Unwägbarkeiten sowie die Nachfrageschwankungen für die Unternehmen hoch. Bislang zeichnet sich keine nachhaltige Erholung des Auslandsgeschäfts ab.
Produktion erholt sich im September – aber Trend bleibt schwach
Im September ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen; im August war sie vor allem infolge einer Sonderentwicklung in der Automobilindustrie (Werksferien, Produktionsumstellungen) um 3,7 Prozent gefallen. Die Industrieproduktion legte im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent zu, wobei, die Ausweitung insbesondere bei Investitionsgütern mit +3,8 Prozent kräftig ausfiel. Auch die Energieproduktion entwickelte sich mit +1,3 Prozent positiv, während die Produktion im Bau mit -0,9 Prozent rückläufig war. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe lag im September insgesamt mit kalenderbereinigt -1,0 Prozent aber weiter unter dem Vorjahreswert.
Innerhalb der Industrie verzeichnete vor allem die Kfz-Produktion einen kräftigen Zuwachs von +12,3 Prozent als Gegenbewegung auf die Produktionseinschränkungen im August. Auch die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten und optischen Erzeugnissen (+5,1 Prozent) sowie von pharmazeutischen Produkten (+3,6 Prozent) erhöhten sich spürbar. Im gewichtigen Maschinenbau fiel die Produktion allerdings (-1,1 Prozent), ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,8 Prozent), in der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie (-2,7 Prozent) sowie bei der Reparatur und Installation von Maschinen (-2,3 Prozent). Im Bausektor ging der Hochbau um 2,2 Prozent zurück, während der Tiefbau etwas zunahm (+0,8 Prozent).
Im Quartalsvergleich zeigt sich der Trend weiterhin schwach. Im dritten Quartal liegt die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent unter dem Wert des Vorquartals. Die Industrieproduktion gab um 0,9 Prozent nach, das Baugewerbe um 0,6 Prozent. Dem gegenüber entwickelte sich die Energieproduktion mit +0,5 Prozent im dritten Quartal erneut positiv. Der deutliche Produktionsrückgang im August, der durch Sondereffekte infolge ungewöhnlich später Werksferien und Produktionsumstellungen in der Automobilindustrie geprägt war, konnte mit dem jüngsten Zuwachs nicht aufgeholt werden. Im Trend bleibt das Produzierende Gewerbe damit weiterhin schwach, insbesondere in energieintensiven Sektoren wie der Chemie-, Glas/Keramik- und Papierindustrie, die weitgehend stagnieren oder Produktionsrückgänge vermelden. Die Erholung der Industrieproduktion im September ist vor diesem Hintergrund noch kein Anzeichen für eine grundlegende Trendwende.
Nach vier Rückgängen in Folge sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September wieder angestiegen. Im Vormonatsvergleich erhöhte sich das Ordervolumen preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent; gleichzeitig wurde der August-Wert leicht auf -0,4 Prozent (von zuvor -0,8 Prozent) nach oben revidiert. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen nahmen die Auftragseingänge der Industrie insgesamt um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Im gesamten dritten Quartal unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie das Niveau des Vorquartals um 3,0 Prozent deutlich.
Bei den Inlandsaufträgen ergab sich im September nach dem kräftigen Zuwachs im August ein Rückgang um 2,5 Prozent. Die Order aus dem Ausland legten dagegen um 3,5 Prozent zu, wobei insbesondere die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum mit +4,3 Prozent kräftig anzog. Aus dem Euroraum erhöhten sich die Bestellungen im Vormonatsvergleich um 2,1 Prozent. In der Betrachtung der Gütergruppen zeigten sich im Vormonatsvergleich kräftige Auftragszuwächse bei Konsum- (+6,2 Prozent) und insbesondere bei Verbrauchsgüterproduzenten (+7,2 Prozent), vor allem aus dem Inland. Die Ordereingänge in den gewichtigen Bereichen der Investitions- (0,0 Prozent) und Vorleistungsgüterproduzenten (+1,4 Prozent) blieben dagegen verhalten.
Nach Branchen verzeichnete insbesondere die Bekleidungsindustrie (+40,3 Prozent) kräftige Auftragszuwächse; auch die Bestellungen bei elektrischen Ausrüstungen (+9,5 Prozent) und im sonstigen Fahrzeugbau (+7,5 Prozent) erhöhten sich im September deutlich, wobei letztere durch Großaufträge aus dem Ausland geprägt sein dürften. Rückgänge ergaben sich dagegen bei der Nachfrage nach energieintensiven Produkten wie Metallerzeugnissen (-19,0 Prozent), Metallerzeugung (-5,6 Prozent), Herstellung von Papier und Pappe (-1,8 Prozent) sowie chemischen Erzeugnissen (-1,0 Prozent). Nachdem die Auftragslage im August von einem kräftigen Anstieg der Inlands- und einem Rückgang der Auslandsnachfrage geprägt war, zeigt sich zuletzt eine Gegenbewegung. Eine klare Tendenz ist damit noch nicht feststellbar; die Entwicklung der Auftragslage bleibt angesichts der anhaltenden geopolitischen Unwägbarkeiten und zuletzt Unsicherheiten um die Versorgungslage bei wichtigen Vorprodukten fragil.
Einzelhandelsumsätze stagnieren – Stimmungsindikatoren verhalten
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im September leicht um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Während der Handel mit Lebensmitteln mit 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht1 Lebensmitteln erneut um 0,6 Prozent nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im September ein Plus von 0,3 Prozent; der Handel mit Lebensmitteln legte dabei um 0,3 Prozent zu, während der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln mit +0,1 Prozent nahezu stagnierte. Auch im Quartalsvergleich stagnierte der Gesamtumsatz nahezu (+0,1 Prozent).
Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Oktober im Vormonatsvergleich um 5,1 Prozent gestiegen; in der Dreimonatsbetrachtung legten sie sogar um 10,1 Prozent zu. Gegenüber Oktober 2024 ergab sich noch ein Plus von 7,8 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 2,7 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,2 Prozent. Gegenüber Oktober 2024 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen deutlich um 12,0 Prozent höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im Oktober um 6,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und stiegen ebenfalls sowohl in der Dreimonats- als auch in der Vorjahresbetrachtung. Der Umsatz im Gastgewerbe sank im August gegenüber dem Vormonat nominal um 1,2 Prozent und preisbereinigt um 1,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe einen nominalen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent, in realer Rechnung von 3,5 Prozent. Nach der spürbaren Belebung des privaten Konsums im ersten Quartal 2025 und einer Stagnation im zweiten zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein eher verhaltenes Bild. Laut GfK wird sich das Konsumklima im November mit einer Abnahme von 1,6 Zählern auf -24,1 Pt. eintrüben. Dämpfende Effekte gingen von einem starken Abfall bei den Einkommenserwartungen um 12,8 Pt. (Vormonat: +11 Pt.) auf nun noch 2,3 Pt. aus. Dies ist der seit März dieses Jahres niedrigste gemessene Wert. Das HDE-Konsumbarometer trübte sich im November nach einer minimalen Aufhellung im Vormonat erneut ein und zeigt sich seit dem Spätsommer tendenziell abwärtsgerichtet. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) legte im Oktober mit einem Plus von 0,6 Zählern erneut leicht zu und kletterte auf -23,2 Saldenpunkte. Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte, nahmen die Erwartungen geringfügig ab. Beide Indikatoren bewegen sich weiterhin spürbar im negativen Bereich.
Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt weiter auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung zum Jahresende 2025 hin. Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz und die Inflation sowie eine gewisse Skepsis in Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung und die Lösung geopolitischer Konflikte hemmen die Konsumfreude der Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine Trendwende beim privaten Konsum dürfte nicht zuletzt von einer Aufhellung der Lage am Arbeitsmarkt abhängen.
Inflationsrate im Oktober leicht niedriger
Die Inflationsrate lag im Oktober mit +2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat leicht niedriger als noch im September (+2,4 Prozent). Im Vormonatsvergleich erhöhte sich das Verbraucherpreisniveau um +0,3 Prozent. Von den Energiepreisen ging mit einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vorjahresvergleich erneut ein preisdämpfender Effekt aus. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich im Oktober mit +1,3 Prozent deutlich verlangsamt.
Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg im Oktober mit +2,8 Prozent überdurchschnittlich; im Vormonatsvergleich legte sie um 0,4 Prozent zu. Preistreibend wirken weiterhin Dienstleistungen mit einem Anstieg von 3,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Inflation bei Waren hat im Oktober mit +1,2 Prozent im Vorjahresvergleich dagegen etwas nachgelassen; im Vormonatsvergleich lag der Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen jeweils bei 0,3 Prozent.
Bis zum Jahresende ist weiterhin eine Inflation von knapp über 2 Prozent zu erwarten. Zwar werden sich die preisdämpfenden Effekte der Energie- und Rohstoffpreise voraussichtlich weiter abschwächen. Einem stärkeren Preisauftrieb dürften jedoch langsamer steigende Preise bei Dienstleistungen und moderate Lohnsteigerungen entgegenstehen.
Arbeitsnachfrage im Herbst weiterhin gedämpft
Die übliche Belebung am Arbeitsmarkt verläuft in diesem Herbst weiter schwach. So ist die Erwerbstätigkeit im September gegenüber dem Vormonat zwar um knapp 150 Tausend Personen gestiegen, in saisonbereinigter Betrachtung ging sie jedoch mit minus 20 Tausend abermals leicht zurück. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im August einen Rückgang um 17 Tausend Personen, seit Jahresbeginn hat sie sich in saisonbereinigter Betrachtung jedoch kaum verändert. Auch die Arbeitslosigkeit hat sich im Oktober mit einem Rückgang um ein Tausend Personen seitwärtsbewegt, die Unterbeschäftigung ging hingegen um 14 Tausend zurück. Gleichzeitig sank die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit im August leicht auf etwa 170 Tausend Personen. Anhand der Entwicklung der Anzeigen von Kurzarbeit bis zum 26.Oktober zeigten sich keine Auswirkungen der zwischenzeitlich drohenden Lieferengpässe von Halbleitern in der Automobilbranche.
Die Frühindikatoren entwickeln sich im Herbst weiter verhalten. So ist die bei der Bundesagentur gemeldete Arbeitskräftenachfrage im Oktober abermals leicht zurückgegangen. Aufgrund einer Abschwächung der Beschäftigungskomponente kam auch der Aufwärts-trend des IAB-Arbeitsmarktbarometers vorerst zum Erliegen. Allerdings deutet die leichte Verbesserung des ifo Beschäftigungsbarometers auf eine Stabilisierung der Arbeitsnach-frage im Dienstleistungssektor hin. Der Stellenabbau in der Industrie und im Handel setzt sich jedoch unvermindert fort. In Anbetracht der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal und der anhaltenden handelspolitischen Spannungen dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt vorerst kaum verbessern.
Unternehmensinsolvenzen steigen weiter
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Juli um 12,3 Prozent gegenüber dem Monat Juni auf 2.197 beantragte Verfahren gestiegen. Ein höherer Monatswert wurde zuletzt im Oktober 2013 registriert. Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahmen die Insolvenzen 13,4 Prozent zu. Während die Zahl der betroffenen Beschäftigten (11.320) im Monatsvergleich zum dritten Mal in Folge gesunken ist (-15,8 Prozent) und auch unter dem Vorjahresmonat liegt, sind die voraussichtlichen Forderungen nach dem Rückgang im Juni wieder angestiegen (+48,3 Prozent). Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.
Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Oktober mit 1.553 Insolvenzen einen Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie von 2 Prozent gegenüber Oktober 2024 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (12.882) nahm im Vergleich zum September um 36 Prozent ab und lag damit 3 Prozent unter den Werten von Oktober 2024. Zum Jahresende erwartet das IWH ein spürbares Absinken der Insolvenzzahlen, prognostiziert aber gleichzeitig einen erneuten Anstieg ab Januar.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie