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Kraftvoll raus aus dem Tief

DATEV-Herbsttage 2019

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Resilienz hilft, Belastungen und Krisen besser zu meistern. Resiliente Menschen lassen sich von Problemen nicht un­ter­krie­gen, bewahren einen kühlen Kopf und sind an­pas­sungs­fä­hi­ger. Diese innere Wi­der­stands­kraft kann trai­niert werden.

Wie das geht, weiß der Trainer und Coach Dorian Karsten Bornhöft. Mitte Oktober leitet er die DATEV-Herbsttage in Bad Sobernheim – speziell für Kanzleiinhaber und -führungskräfte.

DATEV magazin: Herr Bornhöft, Sie waren selbst lange als Führungskraft eines DAX-Unternehmens tätig. Hilft Ihnen das beim Thementransfer in den Work­shops?

DORIAN KARSTEN BORNHÖFT: Unbedingt. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Teil­neh­mer sehr wohl unterscheiden, ob ein Dozent eher theoretisches Wissen vermittelt oder eigene Praxiserfahrung hat. Die dadurch fühlbarere Authentizität des Trainers ist wichtig für die Be­zie­hung zwischen ihm und den Seminarteilnehmern und somit auch ein essenzieller Wirkfaktor für den Wis­sens­trans­fer. Ich habe knapp zehn Jahre Führungserfahrung in Konzernstrukturen – ein wert­vol­ler biografischer Er­fah­rungs­schatz, auf den ich in nahezu allen Seminaren zurückgreifen kann.

Orientieren sich die Seminarthemen an Ihrer erlebten Führungsrolle?

Zum großen Teil schon. Wie jede Führungskraft hatte ich im Rahmen meiner Auf­ga­ben Konflikte und komplexe Aufgaben zu lösen, mit mitarbeiter- und kun­den­sei­ti­gen Schwierigkeiten um­zu­ge­hen und unliebsame Entscheidungen zu treffen. Hinzu kommt auch eine persönliche Burn-­out-­Erfahrung, die ich so bewältigen konnte, dass ich da­nach noch einige Jahre Füh­rungs­kraft war, bevor ich mich selbst­stän­dig gemacht habe. Allerdings erlebe ich heute – möglicherweise auf­grund der zu­neh­men­den In­for­ma­tions­flut infolge der fortlaufenden Di­gi­ta­li­sie­rung – auch eine größere Offenheit und soziale Grundkompetenz, um sich mit eigenen Ver­hal­tens­wei­sen, Mecha­nis­men und psychosozialen Aspekten des Arbeitslebens aus­ein­ander­zu­setzen. Dadurch ent­ste­hen Mischthemen, die vor einigen Jahren noch nicht üblich waren, wie bei­spiels­wei­se Re­si­lienz und Kon­flikt­kom­pe­tenz, Achtsamkeit in der Führung oder die Entwicklung selbstlernender Teams.

Warum sollten Kanzleiinhaber und Kanzleiführungskräfte an den Herbsttagen 2019 teilnehmen? Welche Mehrwerte bergen zweieinhalb Tage abseits vom Job?

Kanzleiinhaber und -führungskräfte stehen immer komplexeren Anforderungen ge­gen­über. Die Auswirkungen von Globalisierung, Digitalisierung und dadurch ver­än­der­te Arbeitsweisen betreffen nicht nur die eigenen Kanzleiprozesse, sondern alle an den Schnittstellen beteiligte Menschen wie Kunden und Mitarbeiter mit ihren jeweiligen Hintergründen. Das begünstigt Stress und Konflikte. Deshalb ist es wichtig, eine gesunde Handlungsfähigkeit zu bewahren und seine Kompetenzen im Umgang mit herausfordernden Situationen auszubauen. Unter anderem geht es auch darum, ei­gene Verhaltensmuster und Automatismen besser kennenzulernen und hilfreich zu verändern. Zweieinhalb Tage abseits des Tagesgeschäfts in angenehmer Atmosphäre zu verbringen, hilft da ungemein, um sich in Ruhe dem Wichtigsten zuzuwenden – sich selbst.

Woran erkennen Kanzleiinhaber, dass sie etwas für ihre innere Widerstandskraft tun sollten?

Anzeichen sind Stress- und Konfliktsymptome, zum Beispiel wenn man zunehmend genervt oder gereizt ist. Auch Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Arbeitsfülle, die ein Überdenken des ei­genen Priorisierungs- oder Entscheidungsverhaltens notwendig erscheinen lassen, oder auch Stimmungsveränderungen im Team, zum Beispiel auf­grund unterschiedlicher Lern- oder Ver­än­derungs­ge­schwin­dig­kei­ten einzelner Team­mit­glie­der, können Anhaltspunkte sein, bei denen eine Re­fle­xions­aus­zeit sinnvoll wä­re. Eine Besonderheit des Konzepts der Herbsttage ist, dass die Teil­neh­mer neben dem Input des Trainers auch die Möglichkeit haben, eine strukturierte Selbst­re­fle­xion durchzuführen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Foto: -VICTOR- / Getty Images

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