Kanzleimanagement |

Ausgezeichnete Zukunft

Label Digitale DATEV-Kanzlei

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Kaffeetrinker kennen es, Auto­­fahrer fürchten es und Ver­braucher lieben es: ein Siegel, das ihnen Aus­kunft über die Eigen­­schaf­ten der Pro­dukte gibt, die sie gerne nutzen. Mit dem Label Digitale DATEV-Kanzlei vergibt jetzt auch die Ge­nos­sen­­schaft eine Aus­­zeich­nung an Mit­glieder, die die Ziele und Visionen der Ge­nos­sen­­schaft in besonderer Weise voran­bringen und ihren Man­­dan­ten damit vor allem zeigen, dass sie in Sachen Digi­ta­li­­sie­rung auf der Höhe der Zeit sind.

Steuerberaterinnen und Steuerberater sind Freiberufler und als Selbständige selbst für ihr Schicksal verantwortlich.

Auf dem ersten Regional-Info-Tag am 28. Februar 2019 in München überreichten Prof Dr. Peter Krug, DATEV-Vorstand, und Stefan Meisel, Leiter des Außen­dienstes, das Label erstmals an neun der anwesenden Kanz­leien. In­zwischen führen über 300 Kanz­leien die Aus­zeichnung „Digitale ­DATEV-Kanzlei“ und positionieren sich so als Digitali­sierungs­vorreiter bei potenziellen Mandanten und Mitarbeitern.
Stefan Meisel zufolge ist es entscheidend, welche Zukunfts­perspektive die Inhaber für ihre Kanzleien sehen. Schließlich sei es auch legitim, den Weg der Digitalisierung nicht zu ­gehen, „denn Steuerberaterinnen und Steuerberater sind Freiberufler und als Selbständige selbst für ihr Schick­sal verant­wortlich“. Ein solches Vorgehen hätte na­türlich Konsequenzen: Die Entwicklung einer Kanzlei würde stagnieren, weil sich auch Mandanten weiterentwickelten und ent­sprechende Anfor­derungen an ihre Steuer­berater formu­lierten. „Das wird dazu führen, dass Mandate abwandern und das Vo­lumen in der Kanzlei zurückgeht. So weit, dass man die Kanzlei zurück­bauen muss“, erklärt Mei­sel weiter. Dabei sei es wichtig, seine Alters­versorgung nicht zu ver­nach­lässigen, „denn eines wissen wir sicher: Kanzleien, die bei der Digitalisierung nicht mitgehen, ver­lieren an Marktwert.“
Die Steuerberaterin Margot Liedl von der AWI Treuhand war eine der neun Ausge­zeich­neten in München und bestätigt die Ana­lyse von Stefan Meisel: „Wenn ich die Kanzlei digitalisiere, dann stärke ich auch ihre Marktposition“, antwortet sie auf die Frage, was ihre Kanzlei bei der Di­gi­ta­li­sie­rung antreibe. Ihr bedeute die Auszeichnung jedenfalls sehr viel: „Zeigt es uns doch, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wir sind sehr stolz und werden die Aus­­zeich­nung in Ehren halten.“

Der Weg zum Label

Die Verleihung in München war eine ein­malige Aktion, das Label Digitale DATEV-Kanzlei kann aber grundsätzlich jede Kanzlei tragen, die die definierten Kriterien erfüllt. Für das laufende Jahr lauten die Parameter für den Bereich Rechnungswesen: Digitalisierungsquote insgesamt mindestens 60 Prozent, Digitalisierungsquote Bank mindestens 70 Prozent und Anteil Mand­an­ten mit digitalen Belegen mindestens 30 Pro­zent. Im Bereich Personalwirtschaft sehen die Kennzahlen so aus: Anzahl Ab­rech­nungen pro Stunde mindestens fünf, Digitali­sierungs­quote Bewegungsdaten min­destens zehn Prozent.
Diese Kennzahlen kommen aus dem DATEV Digitalisierungs-Cockpit, einem kosten­losen Tool, das sich ohne großen Aufwand in­stal­lieren lässt. Im Cockpit werden Werte aus den Programmen Eigenorganisation, Rechnungswesen und Personalwirtschaft ausgewertet und anhand von Tachos illu­striert. Der Prozess wird vom Kunden­verant­wortlichen der ­DATEV angestoßen, der das Cockpit zur Verfügung stellt, mit den Kanz­leien die Ergebnisse analysiert und sich um die Vergabe des Labels kümmert, wenn eine Kanzlei die genannten Kriterien erfüllt. Einmal gelabelt, immer gelabelt: Die digitale Auszeichnung wird bei der Vergabe mit der Jahreszahl versehen und kann in dieser Form dauerhaft eingesetzt werden. Um aber für die folgenden Jahre die jeweils aktuelle Jahreszahl für das Label zu bekommen, muss eine Kanzlei erneut das Cockpit durch­laufen, denn die zu erfüllenden Kri­teri­en ändern sich jährlich. Wenn Kanzleien die im DATEV Digitalisierungs-Cockpit aufgestellten Hürden reißen, helfen ebenfalls die Kunden­verantwort­lichen der Ge­nos­sen­schaft weiter: Sie planen gemein­sam mit den Inhabern die weiteren Schritte, um die Werte zu ver­bessern. Eine verstärkte Vorerfassung durch Mandanten mithilfe von DATEV Unter­neh­men online kann ein möglicher Weg sein, die konsequente Nutzung von vor­han­denen Schnitt­stellen zu Fremd­systemen ein anderer.

Der Weg mit dem Label

Petra und Jan Börnigen von Börnigen und Partner mit Niederlassungen in Unter­föhring und Haar bei München erhielten ebenfalls das Label Digitale DATEV-Kanzlei. Sie digitalisieren bereits seit zehn Jahren und sehen sich durch die Auszeichnung in ihrer Strategie bestätigt. Das Label wollen sie hauptsächlich für die Vermarktung einsetzen: „Wir werden das natürlich auf unseren Social-Media-Kanälen posten, wie wir das immer machen, und dann werden die Mandanten schon sagen: Da haben wir die richtige Kanzlei ausgewählt. Und vielleicht werden andere auch noch auf uns auf­merk­sam“, so Jan Börnigen. Das Label strahlt natürlich auch nach innen und zeigt dem Personal einer Kanzlei, dass die geleistete Arbeit anerkannt und wert­geschätzt wird. Das ist Petra Börnigen wichtig, denn die Auszeichnung „ist nicht nur unsere Leistung, sondern auch die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie dürfen stolz auf sich sein“, betont sie.
Kanzleien, die das Label für potenzielle Mandanten sichtbar machen möchten, haben die Mög­lich­keit, auf der Plattform smart­experts.de in ihrem Profil deutlich zu machen, dass es sich hier um eine digitale DATEV-Kanzlei handelt, oder können die diversen elektronischen Hilfsmittel in An­spruch nehmen, die DATEV auf ihrer Web­site anbietet. Mandanten, die auf eine digitale Zu­sam­men­arbeit mit ihren Steuer­be­ratern Wert legen, steht mit dem Label Digitale DATEV-Kanzlei jedenfalls ein aus­sagekräftiges Instrument bei der Berater­suche zur Verfügung.

Fotos: Westend61 / Getty Images

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