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Auf zwei Säulen gebaut

Land- und Forstwirtschaft

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Wer steuerliche Vorteile noch mit dem Rechen­­schieber statt mit digitalen Lösungen zu ermitteln sucht, dem ergeht es so wie dem, der seine steuerliche Grund­­kom­­pe­­tenz für die Bran­chen­­be­­ra­­tung für aus­­reichend hält. Das kann nicht gut gehen. Mit Fach­­wissen und Di­­gi­­tali­­sie­rung erkennt man den Man­­dan­­ten­­bedarf.

Jede Branche hat ihre Besonderheiten. Weiß man nichts über das Buchen mit Mengen, wie bei der Naturalbuchführung, verkennt man den individuellen Bedarf seines land- oder forst­wirt­schaft­lichen Mandanten. Der ist jedoch auf kompetente Beratung angewiesen, sei es, um finanzielle Hürden zu bewältigen oder um wirtschaftsfähig zu bleiben.
Seit mehr als 30 Jahren berät die Kanzlei Hemsing Unternehmen in allen steuerlichen und unter­neh­me­rischen Belangen. Den Schwerpunkt legt sie mit über 50 Prozent auf die Betreuung von land- und forst­wirt­schaft­lichen Betrieben – eine Branche, die spe­ziel­les Wissen erfordert und sich auch der digitalen Ent­wick­lung nicht entziehen kann.

Branchenwissen schützt den Mandanten

Wächst ein landwirtschaftlicher Betrieb über seine Flächengrenzen hinaus, muss er als gewerbliches Unternehmen angemeldet werden.

Finanzielle Belastungen, beispielsweise aufgrund von Investitionen, gibt es zwar in jeder Branche. Doch auch wenn es in der Landwirtschaft nach einer hohen Investitionsbereitschaft aussieht, weil das In­ves­ti­tions­vo­lumen ungefähr bei stolzen 4,3 Milliarden Euro liegt, sind In­ves­ti­tio­nen heikel: Stagnierende Ver­braucher­preise, Exportbeschränkungen und eine unsichere Klimasituation prägen die Branche wie keine andere. Da können sich gängige Investitionen in Geräte und Maschinen schnell zum finanziellen Super-GAU entwickeln. Während ein neuer Traktor für etwa 100.000 Euro nach überschaubaren Kosten klingt, kann ein Stallneubau schnell zu einem Millionenprojekt mutieren und dem land­wirt­schaft­lichen Betrieb finanziell das Genick brechen. Deshalb verlangen Investitionsberatungen für die Land- und Forstwirtschaft Fingerspitzengefühl, das man erst durch entsprechendes Wissen gewinnt, wie Steuer­be­rater Sebastian Hemsing sagt: „Mein Wissen dafür beziehe ich aus entsprechender Fachliteratur, Fachzeitschriften und dem intensiven Austausch mit den Landwirten.“
Auch das Wissen um die gesetzlichen und steuer­lichen Regelungen ist obligatorisch: Sind bei­spiels­weise bestimmte Tier- und Flächenverhältnisse gegeben, gilt ein Land- oder Forstwirtschaftsbetrieb als gewerbliches Unternehmen. Wächst ein land­wirt­schaft­licher Betrieb etwa über seine Flächengrenzen hinaus, muss er als gewerbliches Unternehmen angemeldet werden – mit Gewerbesteuerpflicht. Das kann den Betrieb finanziell schlech­ter­stellen. Das lässt sich durch die Gründung von Tier­hal­tungs­ko­ope­ra­tionen vermeiden. Durch geschickte Gestaltung kann für den Großteil des landwirtschaftlichen Hofs sowohl die Gewerbesteuerpflicht umgangen als auch die Umsatzsteuerpauschalierung beibehalten werden. Lediglich der Überschuss unterliegt dann der Gewerbesteuer- und der Umsatz­steuer­pflicht. Letztlich ist auch das Thema der erneuerbaren Energien relevant: Der Unter­halt einer Photovoltaik- oder Biogasanlage entspricht einem Gewerbebetrieb mit Umsatzsteuer- und Goods-and-Service-Tax-Pflicht, der Land- und Forstwirtschaftsbetrieb hingegen meist nicht. Für eine Kanzlei, die Land- und Forst­wirt­schafts­be­triebe betreut, sind die Im­pli­ka­tio­nen hinsichtlich einer Investition klar: Wird die Anlage als Nebenbetrieb geführt oder als se­pa­ra­ter Ge­wer­be­be­trieb? Letzteres erzwingt eine zweite Buch­füh­rung.
Es gibt also viel zu beachten in der Branche, was sie beratungsintensiv macht. „Es ist unerlässlich, ein großes Verständnis für die Probleme und Sach­ver­halte in der Land­wirt­schaft zu haben, deshalb beraten wir unsere Mandanten umfassend in steuerlichen, aber auch betriebswirtschaftlichen und strategischen Belangen“, so Hemsing.

Buchführung als wichtige Basis

Unabhängig davon, ob es sich um einen Betrieb oder ein gewerbliches Unternehmen handelt: Um er­folg­reich zu wirtschaften, braucht ein Landwirt exakte und fristgerechte Informationen – zum Beispiel Vergleichsdaten. Für Hemsing ist klar: „Ein Landwirt muss regelmäßig seinen Pro­duk­tions­ab­lauf kontrollieren. Er prüft, wo es Ausreißer bei den Zahlen gibt, vergleicht seine Daten mit denen anderer Betriebe und schaut, wo in seinem Produktions­prozess höhere Kosten vorliegen. Zudem benötigt er aussagekräftige Auswertungen und Betriebszahlen – ansonsten kann er den Aufgaben nicht gerecht werden.“ Die Buchführung muss daher Schwächen, Ursachen und Zusammenhänge im Pro­duk­tions­ge­schehen aufdecken. So erst lässt sich an ent­spre­chen­den Stellen sinnvoll justieren. Beispielsweise können zu geringe Verkaufspreise nicht einfach behoben werden, wenn der Verbraucher nicht bereit ist, erzeugergerechte Preise zu ak­zep­tie­ren. Doch zu hohe Tierarztkosten lassen sich mit intensiver Tierbeobachtung und frühzeitiger Tier­be­hand­lung reduzieren.
„Man merkt recht schnell, dass es in dieser Branche wichtig ist, Fördergelder zu erhalten und steuerliche Vorteile zu nutzen, wie beispielsweise die Pauscha­lie­rung nach § 24 Umsatz­steuer­gesetz, die den Landwirt von der Erstellung einer Umsatzsteuer-Vor­an­mel­dung befreit“, sagt Hemsing. In Sachen Fördermittel hilft übrigens das Zusatzmodul zu Kanzlei-Rech­nungs­wesen: Agrar-Abschluss nach BMEL. Damit wird der spezielle Jahres­ab­schluss für land- und forst­wirt­schaft­liche Betriebe nach den Richtlinien des Bundes­mi­nis­te­riums für Ernährung und Land­wirt­schaft (BMEL) erstellt. Dieser dient auch als Vorlage für staatliche Fördermittel.

Wissen und digital arbeiten

Überhaupt sind geeignete Software-Lösungen gefragt, um die Beratungspraxis zu unterstützen, denn das Wissen ist an die entsprechenden Werk­zeuge gekoppelt. Der Weg geht auch in dieser ruralen Branche in Richtung Digitalisierung. DATEV stellt Kanzleien digitale Werkzeuge zur Verfügung, damit sie sich auf die Beratung ihrer Mandanten konzentrieren können. Die Software-Lösungen sind sowohl für land- und forst­wirt­schaft­liche als auch für gewerbliche Betriebe geeignet. „Wir können mit nur einer Buchführungs-Software arbeiten, weitere Verbindungen zu anderen Programmen ermöglichen eine umfassende Betreuung“, erklärt Hemsing.
Auch muss die Buchführung nicht direkt im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb erledigt werden: „Wir setzen bei nahezu allen Mandanten aus der Land- und Forstwirtschaft DATEV Unternehmen online ein. Damit erhalten wir die Belege für die Buchführung digital – die Originale bleiben auf dem Hof“, so Sebastian Hemsing weiter. Und um das eingangs erwähnte Beispiel der Mengenbuchung noch einmal aufzugreifen: Auf Basis des Kon­ten­rahmen Standard-Kontenrahmen (SKR) 14 für Land- und Forstwirtschaft wird die Natural- und Finanzbuchführung mit oder ohne Mengen erstellt und über konkrete Aus­wer­tun­gen kontrolliert und ausgewertet.
Am Ende ruht die erfolgreiche Beratungspraxis auf zwei Säulen: Branchenwissen und digitale Lösungen.

Fotos: CSA-Printstock; jgroup; Lezh; kertlis; 3DStock; bergamont; aleks1949; / Getty Images

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