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Ihr Gesicht im Web

Facebook

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Eine simple Idee kata­pul­tierte vor knapp 14 Jahren den Harvard-Studenten Mark Zucker­berg auf Platz fünf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt: Er schuf eine tech­nische Platt­form, auf der sich Menschen welt­weit ver­netzen können. Facebook war geboren – das bis heute größte und bekannteste soziale Netzwerk.

Allein in Deutschland hat Facebook monatlich rund 28 Millionen aktive Nutzer. Das eigentliche Netzwerk entsteht dadurch, dass sich die Nutzer untereinander verbinden können und in diesem Rahmen mit­ein­ander sozial agieren, also liken, kommentieren und teilen – selbstverständlich sowohl bei privat betriebenen als auch bei öffentlichen Seiten. Damit kann der Nutzer seine eigene Timeline, das ist eine Art Übersicht der Beiträge aller Nutzer und Seiten, mit denen man verbunden ist, individuell gestalten, denn es wird nur angezeigt, was wirklich interessiert.
In den letzten Jahren sind die Nutzerzahlen von Facebook stetig gestiegen, genauso wie das Durchschnittsalter der Nutzer: Über 70 Prozent aller über 60-Jährigen sind bereits auf Facebook vertreten, während nur noch 61 Prozent der 14- bis 19-Jährigen die Plattform nutzen.
Ein steigender Altersdurchschnitt bedeutet dann auch logischerweise, dass viele potenzielle Arbeitnehmer im Netzwerk aktiv sind. Dieses Potenzial haben Unternehmer längst für sich entdeckt und be­rück­sich­ti­gen Facebook in der jährlichen Mediaplanung.
Das Anlegen einer Unternehmensseite ist kein großer Aufwand, dafür ist Finger­spit­zen­gefühl bei der Pflege der Seite gefragt. Schließlich müssen die Follower mit jedem Post immer wieder von Neuem davon überzeugt werden, dass sie den Mehrwert, den die Seite bietet, nirgends sonst bekommen.
Content is King lautet die Devise, und auch wenn die berühmt-berüchtigten Katzenvideos dem einen oder anderen vielleicht noch ein müdes Lächeln entlocken, erwartet der anspruchsvolle User von heute entweder knallharte Fakten und Informationen oder richtig gute Unterhaltung. Anderenfalls folgt der Verweis aus der Timeline. Je interessanter der Facebook-Auftritt für die Zielgruppe gestaltet wird, desto erfolgreicher ist er auch.
Facebook bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, um sich selbst zu vermarkten. Angefangen beim Image des Unternehmens, das mittels Bildern, Videos, Texten, exklusiven Einblicken in den Berufsalltag oder interessanten fachlichen Neuigkeiten positiv beladen werden kann. Das stärkt das Vertrauen der Kunden ins Unternehmen und steigert über Verlinkungen auf die Unternehmens-Website die Anzahl der Zugriffe. Aber auch Stellenanzeigen können schnell und vielfach in die Weiten sozialer Sphären geblasen und beliebig oft weitergeteilt werden.

Was will ich und wen will ich?

Jedoch gibt es einige grundlegende Fragen, die sich ein erfolgreicher Unternehmer respektive Kanzlei­in­haber stellen muss: Wer ist denn überhaupt meine Zielgruppe? Was will meine Ziel­gruppe sehen? Wie mache ich meine Zielgruppe auf mich aufmerksam?
Aktuell sind zweifelsohne Bilder und Videos regelrechte Nutzermagneten. Das findet auch der Facebook-Algorithmus: Er ist dafür zuständig, aus der Masse an Content die Inhalte heraus­zu­filtern und in den einzelnen Timelines anzuzeigen, die seiner Berechnung nach für den User besonders interessant sind – oder für die bezahlt wurde. In der Regel sind das Seiten, mit denen kürzlich mittels Like, Kommentieren oder Teilen in irgendeiner Form interagiert wurde. Posts mit Bewegtbild werden mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Timeline angezeigt als statische Bilder. Nach welchen Kriterien dieser Algorithmus genau arbeitet, ist übrigens genauso unbekannt wie bei Google. Man kann nur vermuten und beobachten.

Facebook ist für jedermann – auch für Kanzleien

Seit sieben Jahren ist die Steuerberatungskanzlei aust und partner bei Facebook aktiv. Im Gespräch hat uns Steuerberater Reiner Aust verraten, warum und wie sie eine der welt­größten Social-Media-Plattformen für sich nutzen.

DATEV magazin Reiner Aust Seit wann sind Sie mit Ihrer Kanzlei bei Facebook vertreten?

RAINER AUST: Wir haben uns schon sehr früh mit dem Gedanken befasst, unsere digitale Präsenz auch im noch neuen Social-Media-Bereich auszubauen. Seit 2006 waren wir schon als eine der ersten Kanzleien auf Qype (dem heutigen Yelp) zu finden, und mit Facebook befassten wir uns schon im Herbst 2010. Ende Januar 2011 wurde dann die Seite Steuer­be­ra­tung aust und partner auf Facebook erstellt. Seitdem ist die Timeline dynamisch gewachsen und hat schon so einige Trends mitgemacht.

Was hat Sie dazu bewogen, bei Facebook präsent zu sein?

Der Hauptgrund war die Tendenz, auch Menschen privat aufgeschlossen erreichen zu können. So wie Sie selbst einer gut gestalteten Zeitungsannonce, die sonntags beim entspannten Lesen in den eigenen vier Wänden unbewusst ins Auge fällt, dem Inhalt aufgeschlossen gegenüberstehen, lag für mich dieser Effekt bei Facebook schon nahe. Man sah, wie sich Wer-kennt-wen in kürzester Zeit zu einem Meinungs- und Em­pfeh­lungs­netz­werk für unsere mögliche Zielgruppe entwickelt hatte, Gleiches mit anderen Zielgruppen bei Myspace und studiVZ geschah und Facebook aber das ganze vertiefend und unter­neh­mer­freund­licher fortführte.

Zu welchen Zwecken nutzen Sie Facebook?

Im privaten Bereich eher, um neueste Trends zu erfassen, und für unsere Kanzlei, um bei Bedarf sinnvolle Trends in das Marketing mit einzubinden und auch die Schnittstellen zu unseren festen und potenziellen Mandanten so zahlreich und barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Warum und wann ist ein Facebook-Auftritt für Kanzleien aus Ihrer Sicht sinnvoll?

In einem Zeitalter, in dem der private und berufliche Bereich jeden Tag ein Stück mehr digitalisiert wird und ineinandergreift, stellt sich mir die Frage, welche Bereiche ich aus datensensiblen Gründen trotz der Vorteile noch ausgrenzen muss, bis sich noch in der Entwicklung befindliche Konzepte zum Schutz dieser Bereiche bewährt haben – und rechtlich auch konform sind.

Welche Überlegungen sollte man anstellen, bevor man ­einen Account anlegt?

Die erste Überlegung gilt immer der Zielgruppe: Wen will ich mit meiner Dienstleistung, mit meinem Angebot erreichen. Der zweite Gedanke sollte dann automatisch folgen. Welchen Mehrwert sollen meine Kunden aus meinem Angebot ziehen, sodass sie es direkt und vor allem aktiv in Anspruch nehmen möchten.

Wie aufwendig ist die wöchentliche Pflege Ihres Accounts?

Während andere ihren Atem sprichwörtlich beim stündlichen Rauchen verschwenden, nutze ich kleine Pausen, um mich ein wenig im Netz zu zerstreuen – lese Meinungen zu unserer Branche, den neuesten technischen Entwicklungen und präsentiere durch ein, zwei Klicks auch immer unsere Seite und deren beispielhaften Content. Sehr stolz bin ich hier übrigens auf die kreative Arbeit meines Teams, welches sich in mehreren Werbefilmen widerspiegelt.

Wie viele Beiträge pro Woche posten Sie durchschnittlich?

Laut Insights sind es 20 bis 40 Interaktionen, die natürlich aus Pinnwandeinträgen, aber auch Kommentaren und weiterführenden Links bestehen. Einen wichtigen Aspekt sehe ich aber nicht nur in der regelmäßigen Veröffentlichung neuen Contents, sondern auch in dem wiederholten Posten von Inhalten, um diese uhrzeit- und wochentagsabhängig bei verschiedenen Menschen in der Timeline erscheinen zu lassen. Gerade die Wiederholung zeigt, wie sich die Klickzahlen erhöhen, der Content also öfter geteilt wird.

Was tun Sie, um die Reichweiten zu erhöhen, also wie ­gewinnen Sie Fans?

Fans gewinnt man durch regelmäßige Aktivitäten, aber auch über die emotionale Identifikation mit dem Inhalt oder dem Postenden.

Welche Beitragsformen laufen Ihrer Erfahrung nach besonders gut: Bilder, Texte, Videos, Verlinkungen?

Videos stehen für mich persönlich ganz klar an erster Stelle, wenn Humor oder ein ge­winn­brin­gen­der zusätzlicher Informationswert durch das Thumbnail, dem Vorschaubild, oder den Beschreibungstext suggeriert werden.

Wie vernetzen Sie sich?

Ich nutze parallel zu Facebook und klassischer E-Mail auch WhatsApp zum Austausch und Xing, um gezielt auch Kontakte im Steuerberaterumfeld zu suchen, um immer auf dem Laufenden zu sein und neue engagierte Mitarbeiter zu finden und für uns zu gewinnen. Weiteren neuen und innovativen Kommunikations- und Austauschkanälen stehe ich zudem sehr offen gegenüber und befasse mich gerade mit dem aktuellen Thema Videotelefonie und -konferenz.

Wie und mit welchen Tools messen Sie den Erfolg Ihres ­Facebook-Accounts?

Einmal ganz allgemein durch die jeweiligen Aufrufzahlen und Likes und im Detail bei Facebook auch mit Insights. Das ist ein sehr übersichtliches und noch kostenloses Tool, um Verbreitung, Interaktionen und Resonanz sowie Empfehlungen objektiv zu messen. Unser aktuelles Video zur Kassennachschau hat zum Beispiel innerhalb dreier Wochen eine organische, also unbezahlte, Reichweite von fast 14.000 Facebook-Nutzern. Das bedeutet, so viele haben das Video wahr­ge­nommen. Darunter wird angezeigt, dass davon 6.900 dieses Video auch geklickt und angeschaut haben.

Ist es sinnvoll, neben Facebook auf mehreren sozialen ­Kanälen wie Instagram, Twitter oder Blog jeweils denselben Content zu posten?

Ja, da es immer noch sehr unterschiedliche Zielgruppen der einzelnen Kanäle gibt. Während man auf Xing beispielsweise ganz einfach deutsch­spre­chen­de Vertriebler, aber auch Beamte oder Handwerker erreicht, also das lokale Netzwerk ausbauen oder erweitern kann, ist es bei LinkedIn eher die internationale Reichweite, die beruflichen Mehrwert bedeutet. Ein Google- oder SnapChat-Account sowie Instagram stehen bei uns aktuell auch zur Diskussion, da deren jeweilige für sich einzigartige Vernetzungsmöglichkeit individuellen Mehrwert bringt, den es gegen die möglichen Risiken abzuwägen gilt.

Haben Sie einen Redaktionsplan?

Wir denken darüber nach, aber noch ist es so, dass wir ­unsere Posts eher dem Bauchgefühl überlassen.

UNSER GESPRÄCHSPARTNER

REINER AUST
Die durch Reiner Aust ge­führ­te Einzelkanzlei besteht seit Januar 2006 und er­wei­ter­te sich am 1. Oktober 2010 zu Aust und Partner in der heutigen Form mit über 20 Mitarbeitern.

 

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