Titelthema | Die digitale Zukunft gestalten

Gut gerüstet in die digitale Zukunft

Nachgedacht

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Das Schlag­wort Di­gi­ta­li­sie­rung ist in aller Munde – und dies schon seit ge­raumer Zeit. Doch oft weiß man gar nicht genau, was damit ver­bun­den ist oder welche Aus­wir­kun­gen es geben wird.

Ganz eindeutig ist: Die Prozesse und Abläufe haben sich bereits oder werden sich in kurzer Zeit ändern. Wenn wir bedenken, was ein heutiges Smartphone mit einem Telefon im Jahr 2000 noch gemeinsam hat und wie diese Entwicklung unser Verhalten und unsere Kommunikationsgewohnheiten beeinflusste, aber auch unsere Mög­lich­keiten sich verändert haben, müssen wir feststellen: Die Entwicklung ist rasant, und wer sie verschläft, wird als Unternehmen am Markt verlieren.
Große Gewinner der letzten Jahre sind in der sich weiter digitalisierenden Wirt­schafts­welt vor allem Platt­form­an­bieter. Das bekannteste Beispiel ist das Taxiunternehmen Uber, das kein einziges Taxi selbst besitzt, sondern als Portal für die Anbieter und die Nutzer dieser Dienstleistung dient. Diese Entwicklung ist in zahlreichen Branchen zu beobachten. Der Grund hierfür ist einfach: Wie bereits beschrieben, führen die neuen technischen Mög­lich­keiten zu verändertem Verhalten – auch bei unseren Mandanten. Die jungen Leute, die eines Tages unsere Mandanten sein sollen, sind über klassische Weiterempfehlungen kaum noch zu erreichen. Für sie ist das Internet eine Selbstverständlichkeit, wenn es darum geht, Produkte zu kaufen, Probleme zu lösen und ihr Leben zu organisieren. Sie buchen ihre Reise nicht mehr beim zweifellos kompetenten Berater im Reisebüro, der mit persönlicher Aufmerksamkeit und jahrelanger Expertise punkten könnte. Und sie wenden sich, so sehr mich das schmerzt, wohl nicht mehr an den zweifellos kompetenten Steuerberater vor Ort, der ebenfalls mit persönlicher Aufmerksamkeit und jahrelanger Expertise punkten könnte.
Es sei denn, wir schaffen es, mit einer eigenen Internetplattform wieder für die Mandanten von morgen sichtbar zu werden. Statt einem Weiter-so brauchen wir eine neue Strategie – eine Plattformstrategie, wie DATEV sie entwickelt und inzwischen umfassend erläutert hat. Nicht jedes DATEV-Mitglied wird sofort, unmittelbar und gleichermaßen von ihr profitieren – das ist aber bei keinem ­DATEV-Produkt der Fall. Je nach Mandatsstruktur wird die Strategie für manche Kanzleien zunächst ganz in Ordnung, für andere über­lebens­notwendig sein. Auf kurz oder lang aber werden wir alle mit der Frage konfrontiert sein, wie wir in einer immer stärker digitalisierten Welt unsere Beratung noch an den Mann oder an die Frau bringen können.
Daher ist es unverzichtbar, dass wir diese Entwicklung selbst aufgreifen und es keine Dritten für uns tun. Nur so sichern wir uns unser zukünftiges Kundenpotenzial. Nur so haben wir zudem aber auch die Daten unter Kontrolle, die hier ohne Zweifel anfallen werden. Die letzten Entwicklungen um Facebook haben gezeigt, wie sorglos manche Unternehmen damit umgehen. Dies wird uns bei ­DATEV nicht passieren. Sie steht für Daten­sicher­heit wie kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland. Ihr können wir vertrauen, denn ­DATEV ist als Genossenschaft unser Unternehmen. Sie ist allein der Dienstleister ihrer Genossen und nicht der kurzfristigen Gewinnmaximierung verpflichtet. Und das bleibt auch in Zukunft so, dafür sorgen unsere Vertreter in den Gremien der ­DATEV. Es liegt also an uns selbst, die Zukunft aktiv zu gestalten. Die Veränderungen und Ent­wick­lungen sind auch nicht aufzuhalten.
Natürlich ist es nicht immer einfach, sich den Herausforderungen der veränderten digitalen Welt zu stellen. Trotzdem müssen wir ­DATEV als unser Unternehmen auf diesem Weg unterstützen. Meine Bitte dabei an DATEV ist aber auch: Informieren Sie Ihre Mitglieder rechtzeitig, ausführlich und umfassend. Nehmen Sie die Ängste und Bedenken ernst. Die Entwicklungen rund um die geplante Satzungsänderung zeigen, wie wichtig dies ist. Sie zeigen aber nun auch, dass in die richtige Richtung gedacht wird und die verantwortlichen Ent­schei­dungs­träger verstanden haben. Versuchen wir gemeinsam, den Berufsstand in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Dann habe ich keine Bedenken, dass wir die notwendigen Veränderungen und Anpassungen meistern werden.

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