Titelthema | Wissensmanagement

Jedem das Passende

Wissen

0Kommentare

Die digitale Trans­for­ma­tion verändert nicht nur die Art, wie wir ar­beiten, mit­ein­ander kom­mu­ni­zieren und bald viel­leicht auch Auto fahren. Sie wirkt sich auch auf unser Wissen aus.

Digitale Prozesse, Cloud-Dienste, und Social Media können das Berufsleben erleichtern und Freiräume schaffen – wenn man weiß, wie sie funktionieren und wann man sie am besten einsetzt. Die Vorschriften, Gesetze und Handbücher nicht zu vergessen, die mit ihnen einhergehen, beispielsweise zum Datenschutz. Für neue Technologien ist ein Know-how erforderlich, von dem wir vor zehn oder 20 Jahren noch nicht einmal eine Vorstellung hatten. Oder hätten Sie 1998 gedacht, dass Sie Belege digital bearbeiten oder eine Geschäftsreise online buchen können würden. Dabei fällt das bisherige Fach- und Managementwissen jedoch nicht einfach weg. Wer seine Kanzlei erfolgreich führen möchte, muss auch hier weiterhin up to date sein.
Die Welt wird komplexer und damit auch das Wissen. Es ändert sich schneller, und wenn Informationen jederzeit und überall verfügbar sind, erübrigt sich viel Auswendiglernerei. Einzelne Informationen können schnell gegoogelt werden. Wissen wird situativ, personalisiert und dynamisch-adaptiv. Der Schwerpunkt des Lernens verschiebt sich auf das Verstehen komplexer Zusammenhänge und das Verknüpfen unterschiedlicher Informationspartikel.

Bevorzugte Methoden

Neue Technologien erfordern neues Wissen und Können.

In der Arbeitswelt haben sich mittlerweile viele Fort- und Weiter­bil­dungs­methoden etabliert. Das setzt entsprechendes Equipment und die Möglichkeit zum Rückzug voraus. Wer mithilfe von Videos lernt, braucht einen Internetzugang und Kopfhörer. Wer lieber aus Büchern lernt, benötigt einen ungestörten Rückzugsort. Wer lieber E-Books nutzt, braucht ein Tablet oder einen E-Reader. Wer an Seminaren teilnimmt, sollte auch im Büro ausreichend Wiederholungs- und Übungszeit einplanen. Denn wer etwas Neues lernt, muss sich Zeit nehmen zur Wissensaufnahme, zum Repetieren und zum Üben. Nur so bauen sich neue Kompetenzen auf.
Diese Zeit sollte gleich im Kalender als Aufgabe geblockt ­werden – denn Lernzeit ist Arbeitszeit. Noch irritiert es mitunter, wenn ein Lernender zwischen den arbeitenden Kollegen am Schreibtisch sitzt. Aber der Kulturwandel hat begonnen, der ein Lernen institutionalisiert, das den komplexen Wissensumfang bewältigen kann.
Lernen wird zum permanenten Prozess. Die Forschung untersucht daher gerade den Trend des Mikrolernens (Micro Learning). Hier lernt man regelmäßig in vielen kleinen Portionen, gleich, ob man ein Thema längerfristig beherrschen oder akut eine Wissenslücke füllen möchte. Der Vorteil: Kurze und eingängige Lernphasen bleiben länger im Gedächtnis.

Digitale Lernformate

Die Digitalisierung erweitert nicht nur unser Wissen, sondern verändert auch die Lernformate. Ein einfaches Vorgehen im Programm lässt sich weiterhin am besten durch eine kurze Anleitung wiedergeben. Ist das Programm allerdings neu oder komplex, bietet sich für eine komplizierte Anleitung ein Video an. Auf einem zweiten Bildschirm kann der Anwender dann Schritt für Schritt mitklicken. Hat er etwas verpasst, helfen die Funktionen Pause, Rückwärts, Wiederholung – so einfach ist das.
Auch Seminare gibt es inzwischen online, entweder live in einem virtuellen Seminarraum mit einem Referenten, dem man jederzeit Fragen stellen kann, oder als nachträglich aufbereitete Videoaufnahme. Das eignet sich besonders, wenn die Zeit zum Verreisen fehlt und der Teilnehmer selbst steuern möchte, wann und wo er sich die Inhalte aneignen möchte.
Bücher, ob gedruckt oder digital, sind weiterhin beliebt. Als E-Book ist der Lernstoff leichter zu transportieren, zu teilen und immer und überall verfügbar. Und bei den neuen interaktiven E-Books können wie bei einem gedruckten Buch Notizen und Markierungen gemacht werden.
Datenbanken bündeln Fachwissen zusätzlich und machen es leicht durchsuchbar. Das verändert auch die Art, wie wir recherchieren: Stundenlanges Bücher wälzen und Googeln können entfallen, wenn alle Quellen digital in einem rechtssicheren und tagaktuellen Informationspool enthalten sind.

Schubladendenken vermeiden

Lernen ist wie alles im Leben individuell. Jeder hat seine eigene Bildungshistorie. Das heißt, dass die Art und Weise, wie wir in der Schule und Universität gelernt haben oder lernen mussten, auch unseren Lernstil beeinflusst hat. Wer das klassische Lehrer-Schüler-Verhältnis gewohnt ist, kommt mit Frontalunterricht erst einmal besser klar. Routinierte Selbstlerner müssen sich dagegen an Gruppenlernen oder Workshops herantasten.
Aber nur, weil wir etwas gewohnt sind, sollten wir andere Optionen nicht links liegen lassen. Denn prinzipiell gilt, dass sich der Lerneffekt nicht durch das Format ändert. Das A und O sind kuratierte Inhalte für alle Erfahrungsstufen. Jeder sollte sich daher seines Wissensstands bewusst sein, bevor er die entsprechenden Inhalte und Formate auswählt. Dann können auch die kompliziertesten Inhalte bewältigt werden.

0Kommentare Neuen Kommentar verfassen

Einen neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.