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Attraktiver Arbeitgeber

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Mitarbeiter zu finden, gestaltet sich oftmals schwierig. Wie auf sich aufmerksam machen, wie sich von der Masse abheben? Zwei, die vieles ausprobieren und sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen, sind Sarah Deimel und Bernd Ketterer.

DATEV magazin: Wodurch heben Sie sich von anderen Kanzleien ab?

BERND KETTERER: Das Ambiente bei uns ist offen und modern gestaltet und unsere technische Ausstattung ist auf dem neuesten Stand. Zudem gibt es die Möglichkeit, von daheim zu arbeiten. Die Work-Life-Balance hat sich in den letzten Jahren geändert, gerade bei jungen Mitarbeitern. Sie sind es gewohnt, privat mobil zu sein, und diesen Anspruch stellen sie auch ans Berufsleben. Sie wollen flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte haben.

SARAH DEIMEL: Uns ist Familienfreundlichkeit sehr wichtig. Darunter verstehen wir die Verein­barkeit von Beruf und Privat­leben. Darum bieten wir wie Bernd Ketterer die Möglichkeit, von daheim aus zu arbeiten. Nicht nur Müttern erleichtert der flexible Arbeitsort den Wiedereinstieg ins Berufsleben, sondern jeder Mitarbeiter profitiert in seinen aktuellen persönlichen Lebens­um­ständen davon, beispielsweise bei der Pflege eines Familienangehörigen.

Das Beste, was uns passieren kann, ist die Weiterempfehlung durch unsere Mitarbeiter.

DATEV magazin: Es gibt mehr unbesetzte Stellen als Jobinteressenten. Wie machen Sie auf Ihr Stellenangebot aufmerksam?

BERND KETTERER: Auf Zeitungsannoncen hin bekommen wir keine Bewerbungen. Der Nürnberger Markt ist ziemlich abgegrast, weswegen wir unseren Radius erweitert haben. Wir suchen in regionalen Jobportalen und erzielten darüber eine sehr gute Resonanz.

SARAH DEIMEL: Das Beste, was uns passieren kann, ist die ­Weiterempfehlung durch unsere Mitarbeiter, aber wir probieren immer wieder verschiedene Möglichkeiten aus: Zum Beispiel haben wir auf Xing Anzeigen geschaltet – hier werden allerdings eher Steuerberater angesprochen und weniger die Steuerfach-angestellten. Zudem suchen wir den Kontakt über Facebook. Auch halten wir einmal im Jahr Vorlesungen an einer Fachhochschule und gehen regelmäßig auf Ausbildungsmessen, um uns als Arbeitgeber vorzustellen. Dennoch geben wir Zeitungsannoncen auf – wir nutzen also die gesamte Bandbreite.

DATEV magazin: Und die Digitalisierung hilft dabei?

BERND KETTERER: Natürlich kann ich nicht jedem gleich im Vorstellungsgespräch einen Telearbeitsplatz anbieten. Ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn alle vor Ort in der Kanzlei sind. Denn wenn wir von unterwegs oder zu Hause aus arbeiten, öffne ich meine Kanzlei damit und gehe auch ein Risiko ein. Es geht um sensible Daten, und deswegen muss ich erst einmal Vertrauen­ gewinnen. Ebenso sollte der neue Mitarbeiter zur Einarbeitung vor Ort sein, sonst wird es schwierig, ein Wirgefühl ­innerhalb der Kanzlei entstehen zu lassen. Das bleibt weiterhin wichtig. Aber um auf dem Arbeitsmarkt geeignete Mitarbeiter zu finden, ist es entscheidend, sich auf geänderte Ansprüche ein­zustellen und sich damit von der Masse abzuheben. Durch die Digitalisierung bieten sich neue Möglichkeiten, die wir gerne ­annehmen.

SARAH DEIMEL: Das sehe ich genauso, denn die Digitalisierung schafft neue Optionen. Viele arbeiten trotz der Möglichkeit von Home Office in der Kanzlei. Ihnen ist der persönliche Kontakt wichtig – sowohl zu unseren Mandanten als auch zu den Kollegen. Dem wirken wir entgegen, indem wir beispielsweise empfehlen, anstatt viele E-Mails zu schreiben, zum Telefonhörer zu greifen. In einem Gespräch klärt sich vieles schneller und einfacher.

DATEV magazin: Welche Arbeitszeitmodelle bieten Sie an?

BERND KETTERER: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten. Ich spreche das mit jedem ab, und wir entscheiden gemeinsam über die beste Lösung. Viele Mandanten kommen in die Kanzlei, und da muss ein Ansprechpartner anwesend sein. Darum ist es natürlich nicht möglich, dass alle gleich­zeitig oder mehrmals in der Woche ohne Absprache von zu Hause aus ­arbeiten. Hier benötigen die Mitarbeiter und ich Transparenz.

SARAH DEIMEL: Wir richten uns relativ ­flexibel nach den Bedürfnissen des Einzelnen. Wir haben allerdings bei unseren Vollzeitkräften eine Kernarbeitszeit, da gewährleistet sein muss, dass unsere Mandanten einen Ansprechpartner vor Ort haben. Wenn jemand einen Termin hat und später kommt, trägt er das in Outlook ein. Absprache und Transparenz sind wichtig. Sowissen alle Bescheid.

DATEV magazin: Bekommen Sie positives Feedback von Ihren Mitarbeitern?

BERND KETTERER: Sie wissen eine gute Ausstattung zu schätzen und auch flexibel ihre Arbeits­zeiten und den Arbeitsort in einem gewissen Rahmen zu handhaben. Das schafft auf jeden Fall ein gutes Klima. Meine Mitarbeiter können bei Wünschen jederzeit auf mich zugehen, auch wenn es beispielsweise um einen neuen ergonomischen Bürostuhl geht.

SARAH DEIMEL: Da wir jeden Mitarbeiter durch unsere An­gebote individuell betrachten, fühlen sie sich wertgeschätzt. Sie wissen, dass wir nicht den Anschluss verlieren und modern aufgestellt sind. Wir bieten alle technischen Mittel, die momentan möglich sind, um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, und unterstützen sie bei der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben. Deswegen bekommen wir als Arbeit­geber positives Feedback von unseren Mitarbeitern.

Foto: malerapaso, Kai Yang Chin / Getty Images

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