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Anspruchsvoll ohne Beurteilung

Jahresabschluss

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Wenn ein Mandant die Buchführung erstellt, ist die Frage, ob der Jahresabschlussersteller diese Zahlen ohne Prüfung der Ordnungsmäßigkeit einfach übernehmen kann. Prof. Dr. Winfried Schwarzmann äußert sich zu Vorschriften, Branchenbesonderheiten und effizienter Dokumentation.

Winfried_Schwarzmann

DATEV magazin: Was ist bei einem Jahres­ab­schluss­auf­trag ohne Beurteilung der Ord­nungs­mäßig­keit zu beachten?

Prof. Dr. Schwarzmann: In den Verlautbarungen der BStBK 4/2010 und des IDW S7 sind die Qua­li­täts­merk­male klar definiert.
Zunächst sind beim Jahresabschluss die gesetzlichen Vor­schriften einschließlich der Grundsätze ord­nungs­mäßi­ger Buch­füh­rung zu beachten, aber auch re­le­vante Be­stim­mun­gen des Ge­sell­schafts­ver­trags sowie ein­schlä­gi­ge fach­liche Ver­laut­ba­run­gen. Wichtig ist zudem: Zwar ver­wen­det der Berater die ihm vor­ge­leg­ten Unter­lagen, ohne deren Ord­nungs­mäßig­keit oder Plau­si­bi­li­tät zu be­ur­tei­len. Dies setzt aber vo­raus, dass ihm keine of­fen­sicht­lichen An­halts­punkte vor­liegen, die Anlass geben, an der Ord­nungs­mäßig­keit der Unter­lagen und des daraus ent­wickel­ten Jahres­ab­schlusses zu zweifeln.

Gibt es branchenspezifische Besonderheiten?

Prof. Dr. Schwarzmann: Branchenspezifische Besonderheiten können eine Rolle spielen. Man denke nur an die Sondervorschriften zum Beispiel für kommunale Unternehmen oder bestimmte Branchen wie ­Finanzdienstleistungsinstitute. BStBK und IDW geben vor, dass der Berater über Kenntnisse der Branche, des Rechtsrahmens und der Geschäftstätigkeit verfügen muss, die für die Auftragsart erforderlich sind.

Wie erreicht man eine effiziente Dokumentation der Abschlussarbeiten?

Prof. Dr. Schwarzmann: Die Dokumentation der Abschlussarbeiten ist von zentraler Be­deu­tung. Die Unterlagen müssen so aufgebaut sein, dass daraus die Entwicklung des Jahres­ab­schlusses aus Buchführung und Inventar oder aus den vorgelegten Konten nach­voll­zieh­bar ist. Für eine effiziente Dokumentation und Berichtserstellung benötigt man in der Praxis Vorlagen und Programmassistenten – zum einen für Erstellungsberichte, zum anderen bei der kanzlei­ein­heit­lichen Vorgabe und Umsetzung von berufsrechtlichen Anforderungen. Wenn es um Effizienz geht, ist die Skalierbarkeit bei den Wirtschaftsprüfern in aller Munde. (Gemeint ist eine genaue Anpassung des Umfangs an die Erfordernisse, siehe „Exakt dokumentiert“ auf S. 36, Anm. d. Red.) Für Steuerberater und Erstellungsaufträge gilt dieses Konzept meines Erachtens analog. Art und Umfang der Erstellertätigkeiten und auch der Dokumentation sind letztendlich bestimmt von der Auftragsart, der Komplexität und Risikostruktur des Mandanten.

Lassen sich Haftungsrisiken minimieren und dennoch die geforderten Pflichten effizient erfüllen?

Prof. Dr. Schwarzmann: Der Berater muss in seiner Kanzlei Regeln einführen, die ge­währ­leis­ten, dass bei der Auftragsabwicklung einschließlich der Berichterstattung die ge­setz­lichen Vor­schrif­ten und fachlichen ­Regeln beachtet werden. Programmassistenten, Vor­la­gen für Er­stel­lungs­be­richte und Checklisten sind wichtige Bausteine, um die Anforderungen zu be­rück­sich­ti­gen und Haftungsrisiken zu vermeiden. Von ausufernden Checklisten mit schematischer Abfrage aller möglichen Aspekte halte ich aber nichts. Die Vorgaben und Checklisten sollten an die Man­dats­struk­tur und die Bedürfnisse in der Kanzlei angepasst werden. Hier hilft natürlich ein pro­gramm­ge­stütz­ter Fragenkatalog bei der Berücksichtigung aller zentralen Vorgaben.

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